Risky Love: Wunden der Vergangenheit

Erschienen: 03/2022

Genre: Contemporary Romance, Romantic Thrill

Location: Südafrika


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-522-8
ebook: 978-3-86495-523-5

Preis:
Print: 15,90 €[D]
ebook: 6,99 €[D]

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Risky Love: Wunden der Vergangenheit


Inhaltsangabe

Logan Hammington ist ein angesehener Elitesoldat mit dunkler Vergangenheit. Jede Nacht jagen ihn die Erinnerungen an seine erste Liebe. Ausgerechnet sie hat ihn verraten und lächelnd dabei zugesehen, wie man versuchte, ihn zu ermorden. Während ein Teil von ihm damals für immer starb, kämpfte Logan sich nicht nur ins Leben zurück, sondern auch die Karriereleiter im Militär nach oben.  

Als er zum Ausbilder einer Spezialeinheit berufen wird und unter seinen Rekruten eine Frau vorfindet, tut er alles, damit sie sein Team freiwillig verlässt. Frauen sind - Logans Meinung nach - nicht zum Personenschutz geeignet, sondern selbst schutzbedürftig! Ab diesem Moment ist Ärger vorprogrammiert, denn bei jeder Begegnung fliegen zwischen den beiden die Fetzen. Dass Cassy Candle jedoch eine ebenso mutige wie schöne Kämpferin ist, hat Logan nicht erwartet.

Widerwillig muss er sich nicht nur eingestehen, dass sie ihn beeindruckt, sondern auch, dass sie die erste Frau ist, die seinen harten Schutzpanzer durchbrechen und längst vergessene Gefühle in ihm wecken konnte. Verbotene Leidenschaft und Gefühle entflammen.

Als Logan dann auch noch von seiner Vergangenheit eingeholt wird, droht er erneut in einem Sumpf aus Geldgier, Macht und Korruption zu versinken. Doch noch schlimmer ist, dass er sich plötzlich zwischen seiner einstigen großen Liebe und Cassy entscheiden muss ...

Ein Military Romance. 

Über die Autorin

Leah Docks ist das Pseudonym einer Autorin, die im Jahre 1983 geboren wurde und mit ihrem Ehemann und den beiden gemeinsamen Kindern im schönen Düsseldorf lebt. Sie hat ihr sicheres Angestelltendasein aufgegeben, um sich mit einem eigenen Unternehmen selbst zu...

Leseprobe

Hammingtons Truppe bestand aus zwanzig Soldaten, die ein strenges Auswahlprogramm durchlaufen und eine schwere Aufnahmeprüfung absolvieren mussten, um in die Sondereinheit aufgenommen zu werden. Nur wer die besten Ergebnisse erbrachte, bekam die Chance auf diese Spezialausbildung.
Die Kadetten hatten sich in einer Reihe schnurgerade aufgestellt, die Blicke waren nach vorn gerichtet.
Der hochgewachsene Major betrachtete sie zusammen mit Lieutenant Bongani Mpande, der die Truppe zuvor herbeordert hatte, mit einem taxierenden Blick. Die fünffarbige Camouflage-Uniform umspannte straff seinen muskulösen Körper, und mit seinen breiten Schultern wirkte er wie ein Koloss, der die Anwesenden wie ein Turm überragte. Er hatte sein...

...rotes Barett gegen eine Feldmütze getauscht, deren Schirm er tief ins Gesicht gezogen hatte. Breitbeinig und mit hinter dem Rücken verschränkten Händen stellte er sich vor. Seine tiefe Stimme hallte laut und deutlich über das Gelände.
„Mein Name ist Major Logan Hammington. In den nächsten Wochen werdet ihr zu einer Sondereinheit ausgebildet, die die Polizei von Pietermaritzburg bei der Eindämmung der Aufstände unterstützen und den neuen Bürgermeister vor Angriffen schützen soll. Bevor wir den Ausbildungs- und Trainingsplan im Detail durchgehen, will ich jedoch wissen, wer ihr seid und was ihr könnt.“
Der Verwalter, Sjef de Rijk, ein kleiner, rundlicher Niederländer, der ebenfalls anwesend war, wühlte hektisch in einem Papierstapel herum, den er mit sich trug, und reichte Mpande schließlich eine Namensliste. Dieser stellte sich neben Hammington und rief die Namen der Kadetten nacheinander auf.
Jeder, der aufgerufen wurde, machte einen Schritt nach vorn und stellte sich ausführlich vor. Fast alle hatten Kampferfahrung, wirkten kräftig und Logans anfängliche Bedenken fingen an, zu verblassen.
Als der Name Candle aufgerufen wurde und eine weibliche Stimme ertönte, traute er seinen Ohren nicht. Mit leicht zur Seite geneigtem Kopf und zusammengekniffenen Augen ging er auf die Person zu und blieb vor ihr stehen. Mit einem langen und prüfenden Blick überzeugte er sich davon, dass ihm seine Ohren keinen Streich gespielt hatten und tatsächlich eine Frau vor ihm stand. Als solche hatte er sie auf den ersten Blick gar nicht wahrgenommen, denn mit einer Frau in seiner Truppe hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Da platzte ihm endgültig der Kragen.
„Habt ihr sie noch alle?“ Hastig drehte er sich um und brüllte seine Begleiter an. „Was hat eine Frau hier zu suchen?“
Bongani Mpande senkte verwirrt seinen Blick. Sjef de Rijk zuckte hingegen nur mit den Schultern und antwortete ruhig:
„Die Vorgabe war: In die Sondereinheit kommen nur die besten Absolventen der Aufnahmeprüfung.“
„Die besten Männer der Aufnahmeprüfung“, korrigierte ihn Hammington mit zusammengepressten Zähnen.
Der Verwalter der Militäranlage schien völlig unbeeindruckt von Logans Wutausbruch und erwiderte gelassen: „Von diesem Zusatz stand nichts in den Anforderungen. Die Teilnehmerliste wurde vom Feldkommandeur überprüft und freigegeben. Sie wollten die Besten, Sie haben die Besten.“
Logan schnaufte wütend, und es fiel ihm sichtlich schwer, ruhig zu bleiben. „Ist euch eigentlich klar, wie ernst die Lage ist?! Um gegen die Rebellen vorgehen zu können, brauche ich erstklassige Kämpfer und keine kichernden Pussys im Rüschenkleid!“
„Wenn Sie erstklassige Kämpfer brauchen, Sir, wozu dann dieser ganze Aufstand?“, ertönte plötzlich eine ruhige, klare Stimme hinter ihm.
Langsam drehte er sich um. Bereits das zweite Mal innerhalb weniger Minuten traute er seinen Ohren nicht. Hatte sie gerade ohne Aufforderung den Mund aufgemacht? Hatte sie tatsächlich, vor versammelter Mannschaft, seine Bedenken infrage gestellt? Er verengte die Augen zu schmalen Schlitzen, und sein vernichtender Blick ließ die Soldaten, die einen Schritt hinter der Frau in der Reihe standen, vor Angst erstarren.
Cassy Candle streckte jedoch entschlossen ihr Kinn. Aber auch wenn sie nach außen hin absolut ruhig wirkte, brodelte die Fünfundzwanzigjährige innerlich vor Wut.
Als Frau beim Militär hatte sie es nie leicht und musste sich bei vielen ihrer männlichen Kollegen und Vorgesetzten jedes Mal wieder neu behaupten. Sie hatte schnell gelernt, mit dummen Sprüchen und der herablassenden Art umzugehen, indem sie sich auf ihre Ausbildung und ihre Leistung konzentrierte und lediglich konstruktive Kritik an sich heranließ. Bei der Aufnahmeprüfung für die geplante Sondereinheit war sie mit Abstand die Beste von allen Bewerbern gewesen. Das hatte sie allein durch ihr Können, das jahrelange harte Training und nicht durch Beziehungen oder Hochschlafen erreicht, wovon der schnaufende Riese vor ihr sicherlich ausging. Sie wusste, dass sie eine gute Kämpferin war, und hasste es, immer nur als eine schwache Frau abgestempelt zu werden.
Hammington machte einen großen Schritt auf sie zu und stellte sich ganz nah vor sie. So nah, dass der Schirm seiner Feldmütze ihre Stirn berührte, sie seinen heißen Atem auf ihrer Wange spürte und merkte, welche Hitze von seinem mächtigen Körper ausging. Seine stahlblauen Augen blitzten sie unter der Feldmütze wütend an.
Er tolerierte respektloses Verhalten nicht und entschied sich kurzerhand, Candle sofort in ihre Schranken zu weisen.
„Du willst eine erstklassige Kämpferin sein?“, zischte er herausfordernd. „Dann zeig uns doch mal, was du kannst!“
Er trat einige Schritte von ihr zurück und winkte sie belustigt zu sich.
Cassy ließ sich jedoch nicht einschüchtern, ging entschlossen und mit gelassener Miene auf ihn zu und begab sich in Kampfstellung.
„Greif an!“, befahl er und Cassy tat ihm den Gefallen.
Sie war schnell, konzentriert und führte ihre Attacken so präzise aus, dass jeder Ausbilder stolz auf sie wäre. Innerhalb kürzester Zeit gelang es ihr, Logan trotz seiner ausgezeichneten Abwehr einen harten Schlag ins Gesicht zu verpassen.
Ein Raunen ging durch die Reihe ihrer Mitstreiter. Mpande und de Rijk hielten den Atem an, als Cassy zufrieden Hammingtons aufgeplatzte Unterlippe betrachtete.
Logan wischte sich das Blut langsam mit dem Daumen ab und überspielte seine Überraschung mit einem lässigen „Ah, es wird also doch noch interessant“.
Cassy hörte seine Worte jedoch wie aus der Ferne, denn ihren ganzen Körper durchlief plötzlich ein prickelnder Schauer. Ihr Blick hing an seiner Unterlippe, die dem Druck seines Daumens nachgab und dabei so sinnlich aussah, dass sie den starken Drang verspürte, ihm das Blut selbst abzuwischen.
Hammington ließ Candle nicht allzu viel Zeit, ihren Triumph auszukosten, und griff nun seinerseits an. Er war doppelt so schnell und setzte sie mit seiner überlegenen Kampftechnik ordentlich unter Druck.
Cassys Puls raste und sie konnte seine Angriffe nur mit Mühe abwehren. Doch plötzlich verschwand er buchstäblich aus ihrem Blickfeld. Er bewegte sich so schnell, dass sie ihm mit ihren Augen nicht mehr folgen konnte, und sah lediglich einige Körperteile von ihm aufblitzen: seine Schulter im Augenwinkel, einen Fuß direkt über ihrem Kopf, etwas streifte ihren Arm. Wie machte er das?
Völlig verwirrt versuchte sie, seine Bewegungen zu fokussieren und ihre Deckung zu wahren. Plötzlich traf sie ein harter Schlag in den Bauch und nahm ihr die Luft zum Atmen. Für den Bruchteil einer Sekunde wurde ihr schwarz vor Augen, sie fiel zu Boden und rang keuchend nach Luft. Während sie am Boden kniete und sich vor Schmerzen krümmte, strafte Hammington sie mit einem vernichtenden Blick.
„Unter meinem Kommando wird es keinen Pussy-Bonus geben!“, kündigte er laut an, drehte sich von Cassy weg und fuhr mit seinem Vortrag über die bevorstehende Ausbildung fort, als wäre nichts gewesen.

Er ging langsam an den aufgereihten Kadetten entlang, erklärte den Trainingsplan und betonte sowohl seine Anforderungen als auch seine Erwartungen. Als er zum Ende seiner Rede Raum für Fragen ließ, meldete sich eine ihm mittlerweile bekannte vorlaute Stimme, und er stellte mit einem kurzen Seitenblick fest, dass die junge Frau nicht mehr am Boden kauerte. Erstaunt über die schnelle Erholung ging er augenrollend zu ihr, stellte sich breitbeinig vor sie, die Hände lässig hinter dem Rücken verschränkt, und sagte herablassend:
„Miss Vorlaut hat also eine Frage. Ich höre.“
Cassy, völlig unbeeindruckt von seinem arroganten Verhalten, erkundigte sich sachlich und ohne ihn dabei direkt anzusehen: „Wird die Dreifachkombination auch ein Teil dieser Ausbildung sein?“
Logan verschlug es die Sprache. Wie konnte sie innerhalb von Sekunden die komplizierte Zusammensetzung seines vorherigen Angriffs aus Drehung, Sprung und Schlag, die eigentlich nur deutlich fortgeschrittenen Kämpfern bekannt war, erkennen? Nachdenklich runzelte er die Stirn und fragte sich, ob er die dreiste Rothaarige, deren schulterlange Haare wahrscheinlich eher braun waren und nur in der Sonne rötlich schimmerten, nicht zu voreilig als ein dummes kleines Schulmädchen abgestempelt hatte. Na ja, als klein konnte man sie nicht wirklich bezeichnen. Logan selbst war eins neunzig groß und sie reichte ihm locker bis zum Kinn.
Er ließ einen langsamen, abschätzenden Blick über sie gleiten. Ihre Augenbrauen waren perfekt geschwungen, die Klarheit und Tiefe ihrer grünen Augen, die von dichten, langen Wimpern umrandet waren, überwältigte ihn, die schmale und gerade Nase streckte sich frech in die Luft und harmonierte ideal mit dem herausfordernd angehobenen Kinn. Die Lippen waren zu einer Linie zusammengepresst, und während Logan sich fragte, welchen Geschmack sie wohl hatten, lenkte ein leichtes Zucken an ihrer Wange seine Aufmerksamkeit auf sich. Cassy war völlig angespannt, und ihm fiel ein, dass ihre Frage noch unbeantwortet im Raum stand.
Seufzend beugte er sich vor und sah sie an, als würde er über den Rand einer Brille gucken.
„Die Dreifachkombination ist ein großer Bestandteil dieser Ausbildung“, klärte er sie auf, wobei er hochnäsig jedes seiner Worte betonte.
Vollkommen unerwartet drehte Cassy ihren Kopf herum und sah ihm direkt in die Augen. Ihr herausfordernder Blick sendete einen deutlich spürbaren Impuls in seine Leistengegend, und Logan nahm eine kurze, aber unmissverständliche Regung in seinem Schritt wahr.
„Ah, es wird also doch noch interessant“, entgegnete sie im gleichen arroganten Ton.
Ihre Schlagfertigkeit und Angriffslust amüsierten ihn. Sein Gesichtsausdruck wurde weicher und er neigte den Kopf leicht zur Seite.
„Sag ich doch“, erwiderte er lächelnd und in einem derart sanften Ton, dass der gleiche kribbelnde Schauer Cassys Körper durchlief wie vorhin beim Anblick seines Daumens an seiner Unterlippe. Schnell wandte sie ihren Blick wieder starr nach vorn, in der Hoffnung, dass er nicht bemerkte, welche Wirkung sein Lächeln auf sie hatte.
Mit einem unterdrückten Schmunzeln entließ Hammington die Truppe zum Training und sein Blick folgte unauffällig der schwungvollen Bewegung ihrer Hüften.

Hammingtons Spezialausbildung war hart. Frühes Aufstehen, intensives Körpertraining und strenger Drill verlangten seinen Schülern viel ab. Er war erst dann zufrieden, wenn am Ende des Tages keiner mehr auf eigenen Beinen stehen konnte.
Sein erfolgreiches Ausbildungsprogramm basierte auf dem Selbstverteidigungssystem von Krav Maga. Logan hatte diese Art von Kampftechnik während des Eingliederungsprogramms durch die britische Armee erlernt. Hierbei kamen unter anderem Tritte, Schläge, Ellbogen- und Knietechniken unter Verwendung natürlicher Reflexe und intuitiver Bewegungen zum Einsatz. Doch nicht nur Nahkampf, sondern auch Gewaltprävention und Deeskalation gehörten dazu.
Logan fand damals schnell Gefallen an diesem Verteidigungssystem. Er war beeindruckt, wie schnell man sich in unterschiedlichsten Lagen mit reiner Körperkraft und Selbstbeherrschung aus brenzligen Situationen befreien konnte. Er wollte nie wieder solche Hilflosigkeit und Erniedrigungen wie auf der Stevens-Farm erleben, wollte für jeden Ernstfall gewappnet sein. Daher hatte er die Kampftechniken schon bald wie kein anderer beherrscht.
Die Aufstände in Pietermaritzburg wurden immer schlimmer und die Zeit für die Spezialausbildung somit knapper. Unter enormem Zeitdruck musste Hammington seine Truppe kampftüchtig machen, um in der Lage zu sein, die Unruhen schnell unter Kontrolle zu bekommen.
Nach wie vor war er der Meinung, dass eine Frau einer derartigen Aufgabe nicht gewachsen sein konnte. Wie man es drehte und wendete, Frauen sind Männern nun mal körperlich unterlegen. Sie sind schwach, und Schwäche konnte sich die Truppe nicht leisten. Daher nahm er Candle beim Training besonders hart ran und hoffte, dass sie bereits im Vorfeld erkennen würde, wie fehl am Platz sie hier war, und dass sie aufgeben würde.
Immer wieder hallten Sprüche wie „Das geht schneller, Candle!“, „Beweg deinen Arsch, Candle!“ und „Was bist du doch für eine Pussy, Candle“ über das Übungsgelände.
Als es eines Tages regnete und sie sich an einer steilen Mauer hochzog und abrutschte, kam Hammington hinzu und ging neben ihr in die Hocke, während sie in einer Pfütze lag.
„Ich habe ja gehört, dass Schlamm gut für die Haut sein soll“, spottete er, stand dann wieder auf, sah herablassend auf sie hinab und fuhr fort, wobei seine Stimme mit jedem Wort lauter wurde, bis er fast brüllte: „Wir sind hier aber nicht auf einer beschissenen Schönheitsfarm, also lieg da gefälligst nicht so faul herum, steh auf und bring die Übung zu Ende! Landest du noch einmal im Schlamm, verbringst du die ganze Nacht darin!“
Cassy ließ sich jedoch nicht unterkriegen. Auch wenn ihr ganzer Körper schmerzte, sie sich überfordert fühlte und immer öfter kurz davorstand, alles hinzuschmeißen, reichte ein Blick in Hammingtons selbstgefälliges Gesicht und die daraufhin aufkommende Wut verlieh ihr zusätzliche Kraft. Sie wollte es ihm zeigen, wollte ihm beweisen, dass seine Frauen-sind-schwach-Einstellung ein riesengroßer Irrtum von ihm war und er sich seinen Pussy-Bonus sonst wohin stecken konnte. Wenn nur sein gutes Aussehen und diese männliche Ausstrahlung sie nicht so sehr vom Training ablenken würden.
Logan war ganz anders als ihre früheren Ausbilder. Er stand nicht nur vor der Truppe und brüllte alle an. Nein, er machte mit! Wenn die Einheit lief, lief er mit. Wenn sie Liegestütze machten, machte er die gleiche Anzahl mit, und wenn sie am Ende des Tages völlig verdreckt waren, war er es auch. Würde ein Außenstehender das Training beobachten, würde man den Kommandanten gar nicht erkennen.
Er hatte seine Uniformjacke fast nie an, sondern trainierte ausschließlich in dem olivgrünen T-Shirt, das man üblicherweise darunter trug und das hauteng an seinem Körper lag und unter dem sich jeder seiner Muskeln abzeichnete. Cassy wurde es jedes Mal heiß und ihr Herz raste, wenn er neben ihr stand, irgendwelche Griffe erklärte oder Abwehrtechniken demonstrierte. Wenn er bei besonders hohen Außentemperaturen sein Shirt auszog und sein kräftiger Oberkörper in der glühenden Sonne glänzte, war sie einer Ohnmacht nahe, und es fiel ihr schwer, den Blick abzuwenden oder seinen Worten zu folgen. Mein Gott, sie hatte schon viele durchtrainierte Männer gesehen, einige sogar vollkommen nackt. Wieso bekam sie ausgerechnet bei seinem Anblick Schnappatmung?
Immer wieder musste sie sich zwingen, sich seine arrogante Art und die herablassenden Sprüche ins Gedächtnis zu rufen, um sich auf das Training konzentrieren zu können. Doch oft war es auch gar nicht nötig, denn er half ihr damit pausenlos nach. Sie bekam nie ein Lob von ihm oder einen motivierenden Klaps auf die Schulter. Wenn sie etwas richtig gut machte, sogar deutlich besser als die anderen, hatte er dafür nur ein genervtes Augenrollen übrig. Sie verstand sein Problem nicht. Sie war doch gut, lernte fleißig und setzte seine Anweisungen präzise um. Warum verhielt er sich ihr gegenüber trotzdem so viel anders als bei allen anderen?
Ihre Mitstreiter schienen der gleichen Auffassung zu sein wie ihr Kommandant. Eine Frau hatte in der Truppe nichts zu suchen. Sie machten einen Bogen um Cassy, schlossen sie bei allem aus, ignorierten sie oder machten in ihrer Anwesenheit fiese Frauenwitze.
Doch sie kannte derartiges Verhalten und ließ sich davon nicht provozieren. Sie trainierte härter als die anderen, wurde besser, schneller und ging bei Einzelkämpfen fast immer als Siegerin hervor. Und endlich bemerkten ihre männlichen Kollegen, dass sie nicht zu unterschätzen war. Nach und nach verstummten die gemeinen Sprüche, sie wurde immer mehr in den eigenen Reihen akzeptiert und in Diskussionen oder Gesprächen mit eingebunden. Nur Major Hammington behandelte sie weiterhin von oben herab.

Eines Abends machte Logan eine Kontrollrunde auf dem Gelände und sah Licht in einem Trainingsraum. Er dachte sich nichts dabei. Vielleicht hatte man nur vergessen, es auszuschalten. Als er sich ihm jedoch näherte, hörte er Geräusche und spähte stirnrunzelnd durch die offene Tür. Im großen Trainingsraum, der zwar genauso heruntergekommen war wie der Rest des Stützpunktes, seinen Zweck aber voll und ganz erfüllte, bemerkte er Cassy beim Ausführen einer Kampfübung.
War das Training heute nicht anstrengend genug gewesen? Eigentlich war er sehr zufrieden mit der Intensität der Trainingseinheiten, und die Erschöpfung in den Gesichtern der Rekruten war ein deutliches Zeichen für den harten Drill. Warum war sie dann hier?
Da fiel ihm auf, dass sie nicht den tagesaktuellen Lernstoff durchging. Sie übte die schwierige Dreifachkombination, der sie am Kennenlerntag unterlegen gewesen war. Überrascht hob er die Augenbrauen, lehnte sich an die Tür und verfolgte neugierig ihre ehrgeizigen Versuche, sich eine Kampfmethode anzueignen, die erst viel später auf dem Ausbildungsplan stand. Er war beeindruckt, wie viel sie von der Dreifachkombination bereits umgesetzt hatte, und das aus der reinen Erinnerung heraus, ohne dass ihr irgendjemand die einzelnen Schritte gezeigt hatte. Doch sie schaffte nicht die komplette Ausführung. Immer wieder stolperte sie an ein und derselben Stelle. Es machte sie wütend. Sie verstand nicht, wo der Fehler lag. Logan erkannte den Fehler jedoch sofort. Ein typischer Anfängerfehler. Er selbst hatte auch mehrere Anläufe gebraucht, bis er den Dreh raushatte.

Es verstrichen einige Minuten, bevor sie ihn schließlich lässig an der Tür lehnend bemerkte. Mit seiner Körpergröße und seinen breiten Schultern füllte er fast den ganzen Rahmen aus. Genervt von der Tatsache, dass sie jemand beobachtet hatte, der sich dann auch noch als Mr. Wichtigtuer herausstellte, unterdrückte sie ein Augenrollen, stieß die Hacken aneinander und nahm die gerade und steife Grundhaltung ein, um ihren Kommandanten zu begrüßen.
Logan drückte sich mit der Schulter von der Tür ab und kam auf sie zu. Dabei gab er ihr kopfnickend das Zeichen, sich zu rühren.
„Ich hätte schwören können, die Trainingseinheiten sind hart genug für euch“, sagte er, während er auf sie zukam. „Vielleicht sollte ich die Intensität noch mal überdenken.“
Cassy ergriff das Handtuch und wischte sich den Schweiß vom Gesicht.
„Mir war nicht bewusst, dass wir nach dem Training schnurstracks schlafen gehen sollen.“
„Du kannst von mir aus auch die ganze Nacht hierbleiben“, erwiderte er schulterzuckend, „solange du am nächsten Morgen voll da bist.“
„Wann war ich das denn mal nicht?“, konterte sie und ließ ihre Bemerkung absolut beiläufig klingen.
Logan musste schmunzeln. Sie wusste nicht, wieso, aber ihr trotziges Verhalten schien ihn zu amüsieren.
„Ich meine ja nur. Nicht dass deine Konzentration vor lauter Übermüdung und Erschöpfung nachlässt und du bei dem schnellen Lerntempo nicht mitkommst. Immerhin ist Schnelligkeit das A und O bei dieser Ausbildung.“
Sie wusste ganz genau, dass er auf seine Vorführung am ersten Tag anspielte, und sein überheblicher Ton machte sie wütend.
„Falls ich Sie daran erinnern darf, Sir“, fing sie an, „selbst als – in Ihren Augen – blutige Anfängerin habe ich es dennoch geschafft, einen Treffer bei Ihnen zu landen. Und dafür habe ich nicht einmal lange gebraucht. Sie haben lediglich den Vorteil, eine außergewöhnliche Kampftechnik zu beherrschen. Bei einer gerechteren Chancenverteilung hätten Sie es nicht so einfach gehabt.“
Logans Augen blitzten amüsiert auf und er verschränkte die Arme vor der Brust.
„Da draußen sind die Chancen selten gerecht verteilt. Im Kampf musst du immer damit rechnen, dass der Gegner dir überlegen ist.“
Seine Körperhaltung machte sie nervös, und die starke Anziehungskraft, die sie jedes Mal in seiner Nähe verspürte, löste ein kribbelndes Flattern in ihrem Bauch aus. Ein Flattern, das sie dazu brachte, ihn mit einem verträumten Blick anzuschmachten und sich zu wünschen, er würde sie an sich reißen, seine heißen Lippen auf ihre drücken und sie überall anfassen. Oh Gott, diese Gedanken passten gerade überhaupt nicht hierhin! Cassy wandte schnell ihren Blick von ihm ab.
„… vor allem als Frau“, fügte er hinzu.
Ihr Kopf schnellte hoch und das leichte Flattern verwandelte sich augenblicklich in brennende Wut. Aus ihren Augen schossen vernichtende Blitze.
„Etwa nicht?“, fragte er grinsend und sein unschuldiges Getue brachte das Fass bei ihr zum Überlaufen. Cassy warf ihr Handtuch zur Seite und griff ihn an.
Logan war darauf vorbereitet, denn genau das hatte er mit seinen Worten beabsichtigt. Zu seiner Überraschung waren ihre Schläge und Tritte deutlich versierter als noch bei der Kennenlernrunde. Das harte Training und das neue Ausbildungsprogramm zeigten also bereits ihre Wirkung. Ihm fiel es schwerer, sie zu fassen zu bekommen, denn jedes Mal, wenn er angriff, wich sie gezielt aus.
Das spontane Kräftemessen gefiel ihm. Cassy war angriffslustig, schnell und die Entschlossenheit in ihrem Gesicht brachte seine Nervenenden zum Schwingen. Mit jeder Bewegung, jedem Atemzug, verspürte er tief in seinem Inneren ein immer stärker werdendes Sehnen. Aber nach was? Nach dem Sieg oder … nach ihr?
Schließlich beging Cassy jedoch einen Fehler, indem sie versuchte, die nicht ausgereifte Dreifachkombination anzuwenden, und stolperte. Logan ergriff sie mit einem harten Griff von hinten und presste sie mit seinem ganzen Gewicht gegen die Wand.
Sein rechter Arm umfasste ihren Oberkörper knapp unterhalb ihrer Brust. Mit der linken Hand verdrehte er ihren Arm und drückte ihn an den Rücken.
„Verwende niemals eine Kampftechnik, die du nicht hundertprozentig beherrschst“, flüsterte er ihr heiser ins Ohr und verstärkte den Druck auf ihren Arm, als sie versuchte, sich aus seinem Griff zu befreien.
Ein schmerzhaftes Ziehen durchzuckte Cassys Oberarm, und sie streckte reflexartig ihren Rücken, um dem Schmerz entgegenzuwirken. Dabei presste sich ihr Po fest gegen seinen Schoß. Sie hörte Logan scharf die Luft zwischen den Zähnen einsaugen und erstarrte. In diesem Moment wurde ihr seine Nähe überdeutlich bewusst. Sie spürte seinen muskulösen Körper, der genauso hart war wie die Wand vor ihrem Gesicht, und seinen Arm, der fest unter ihrer Brust lag. Sein schneller und heißer Atem drang an ihren Nacken und löste eine Gänsehaut aus, die ihren ganzen Körper bedeckte. Vorsichtig wagte Cassy, zu atmen. Die Gänsehaut wandelte sich in ein angenehmes Prickeln, das sich flatternd in ihrem Bauch ausbreitete und als pulsierendes Ziehen in ihrem Schoß sammelte. Sie schloss ihre Augen und genoss diese erregenden Gefühle, die der Mann hinter ihr in ihr auslöste.
Logan bemerkte, dass sie sich nicht mehr wehrte und dass auch ihre Körperspannung nachließ. Doch nun breitete sich eine starke Spannung in seinem Körper aus. Er spürte, wie ihre Brüste seine Haut berührten und bei jedem Ausatmen gegen seinen Arm drückten. Ihr Körper war so eng an seinen gepresst, dass er jeden Zentimeter wahrnahm und ihre Wärme durch die Uniform spürte. Das Blut pulsierte stark an seiner Schläfe, als er sich die Frage stellte, ob ihr Po wirklich so fest war, wie er sich anfühlte. Weitere Fragen zu ihrem Körper drängten sich in seine Gedanken, benebelten seinen Verstand und übernahmen die Kontrolle über ihn. Wie ferngesteuert lockerte er seinen festen Griff und ließ die Hände langsam an ihr entlanggleiten.
Cassy wurde es schwindelig, ihre Knie waren weich wie Butter. Seine Hände brannten durch die Uniform auf ihrer Haut und verstärkten mit jedem einzelnen Zentimeter, den sie hinabglitten, das sehnsüchtige Ziehen zwischen ihren Beinen, bis sie schließlich auf ihren Hüften liegen blieben. Seine Finger krallten sich fest in ihr Fleisch und zogen sie eng an seinen Schoß. Ein unterdrücktes, tiefes Stöhnen drang an ihr Ohr. Etwas Hartes und Großes drückte sich schamlos gegen ihren Hintern. Cassy riss die Augen weit auf und rang keuchend nach Luft. Ihr Herz raste. Die Gedanken in ihrem Kopf überschlugen sich. Die Muskeln in ihrem Unterleib zogen sich so fest zusammen, dass es fast wehtat. Gott, sie wollte mehr! Sie wollte ihn!
Der Druck seines Körpers an ihrem verstärkte sich, als Logan sich nach vorn neigte, seine Stirn an die kühle Wand lehnte und die Augen für einen Moment schloss. Cassy hörte ihn schwer atmen. Was würde er als Nächstes tun? Ihr die Kleider vom Leib reißen, sie auf die Trainingsmatten werfen und hart ficken? Ihre Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt. Doch plötzlich ließ er sie los, drehte sich zur Tür um, warf ein „Du hast Fortschritte gemacht“ über die Schulter und ging. Cassy blieb völlig erregt und verwirrt an der Wand zurück.

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