Touch of Feathers

Erschienen: 04/2017

Genre: Soft-SM / BDSM
Seitenanzahl: 316


Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-245-6
ebook: 978-3-86495-246-3

Preis:
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ebook: 6,99 €[D]

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Touch of Feathers


Inhaltsangabe

Seitdem Moira McGallagher ihre Nase in den BDSM-Club Federzirkel gesteckt hat und umgehend mit Warp-Geschwindigkeit aus dem Sündenpfuhl geflohen ist, lassen sie die berauschenden Fantasien über Verführung und Bestrafung nicht mehr los. Doch Moira verleugnet hartnäckig ihre Sehnsüchte, denn sie hat nie gelernt, loszulassen und sich hinzugeben.
Sie kündigt ihren verhassten Job, um bei ihrer Freundin Iris eine neue Stellung anzunehmen, die ein weit gefächertes und spannendes Arbeitsfeld verspricht. Ihre erste Aufgabe führt sie in die USA, um eine Vernissage auf der Insel zu organisieren.
Moira ahnt nicht, wohin sie ihr Engagement führt, und dass sie diesmal keine Chance zur Flucht erhält. Denn die Master der Insel - allen voran der faszinierende Alexander Waters - haben ganz andere Dinge mit ihr vor, als sie beim Aufhängen der Gemälde zu beobachten.
Alexander zwingt Moira zur Hingabe, doch hat sie genug Vertrauen, um sich ihm schlussendlich freiwillig und lustvoll zu unterwerfen?

"Insel" meets "Federzirkel: Das Crossover von Linda Mignanis erfolgreichen BDSM-Serien.

Über die Autorin

Linda Mignani wurde in Kirkcaldy (Schottland) geboren und lebt glücklich verheiratet im Ruhrgebiet. Schreiben und Malen zählen zu ihren Leidenschaften und beides hat erstaunlich viel gemeinsam. Frauenuntypisch besitzt sie nur eine Handtasche aber unzählige Turnschuhe und noch mehr Wanderschuhe, die...

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Dennoch kam sie unbehelligt durch die Kontrolle. Auch am Gepäckband musste sie nicht lange warten, ehe ihr roter Koffer in Sicht kam. Den hatte ihr Iris geschenkt. Moira hievte ihn vom Band, stellte ihn hin und rollte ihn hinter sich her. Sie lief Richtung des Ausgangs, wo die Reisenden von ihren Familien, Liebsten oder Freunden erwartet wurden. Moira bemerkte Alexander, ehe sie das Blatt Papier mit ihrem Namen entdeckte, das er in den Händen hielt. Er war in Schwarz gekleidet, trug eine gut sitzende Jeans, ein enges T-Shirt mit einer Knopfleiste und einen Gürtel mit einer Messingschnalle....

...
Der Dreitagebart unterstrich seine verwegene Ausstrahlung. Er war genau der Typ Mann, um den Moira einen Riesenbogen machte, weil er exakt die Dinge in ihr triggerte, vor denen sie eine Heidenangst verspürte. Er war groß und trug seine dunklen Haare sehr kurz. Seine Unterarme waren behaart, und er hatte natürlich ein Tattoo, das unter dem Ärmel hervorlugte. Gott! Der Typ war ein Leckerbissen, in den sie am liebsten auf der Stelle ihre Zähne schlagen würde. Wenn sie es gekonnt hätte, wäre sie an ihm vorbeigelaufen. Doch das wäre unprofessionell, feige, unhöflich und auch unmöglich. Er war schließlich kein Blind Date, das sie einfach stehen lassen konnte.
Warum konnte Alexander Waters nicht ein breit lächelnder Sonnyboy sein, mit gebleichtem Gebiss, kackbraunem Teint und einem tiefer gelegten Sportwagen? Nein, er musste Testosteron ausatmen und eine Selbstsicherheit ausstrahlen, die Moira in höchste Alarmbereitschaft versetzte. Ihr Körper reagierte mit einem heftig wummernden Herzschlag, einem rasenden Puls und Hitze, die unkontrolliert in ihre Wangen schoss. Wie sollte sie nur die Fahrt mit ihm überstehen? Er würde nah neben ihr sitzen, sodass sie ihn riechen konnte, ihn spüren, obwohl er sie nicht berührte. Vielleicht hatte er eine piepsige Stimme! Das würde seinen Effekt auf sie eindämmen.
„Guten Tag, Mr. Waters, ich bin Moira McGallagher.”
Sie blieb etwas weiter als nötig vor ihm stehen und sein Blick fiel auf sie. Er sah ihr nicht nur ins Gesicht, nein, er starrte ihr direkt in die Augen. Seine waren grau, unergründlich, und ihr Herz bewies ihr gerade, dass es noch viel schneller schlagen konnte, als sie es für möglich gehalten hatte.
„Moira.” Seine Mundwinkel hoben sich einen Takt, als witterte er die Angst, die sie blödsinnigerweise vor ihm verspürte. „Schön, dich kennenzulernen.”
Er gab wohl einen Dreck auf Sie und Nachnamen. Alexander streckte den Arm aus, sodass sie nähertreten musste, um seine Hand zu schütteln. Kaum berührten seine Finger ihre, jagte purer Strom durch ihren Körper.
Scheiße!
Sie war in großen Schwierigkeiten, falls es ihr nicht gelang, sich von seinem dunklen Charisma zu lösen. Die Fahrt mit ihm würde furchtbar werden, wenn sie ihn wie einen Panther behandelte, der neben ihr lauerte und sie jeden Moment anspringen könnte. Wahrscheinlich hatte er Moira in der Sekunde vergessen, in der er sie auf der Insel ablieferte. Sie maß dem Aufeinandertreffen mit ihm viel zu viel an Bedeutung bei. Sein Händedruck würde eine Eins mit Sternchen bekommen. Im Laufe ihres Berufslebens hatte sie sowohl Männer als auch Frauen getroffen, die meinten, einem die Hand zerdrücken zu müssen, oder einem das Gefühl gaben, dass sie es eklig empfanden, einem die Hand zu reichen. Doch nicht Alexander!
Warm und sicher umschlossen seine Finger ihre. Er brauchte nicht mit seiner Kraft und inneren Stärke anzugeben, man kaufte sie ihm ab, ohne dass er seine Federn aufstellte oder seine Muskeln anspannte. Er besaß diese ruhige Macht, die auf einen niederprasselte, einfach, weil er so war, wie er war. Er erinnerte sie an die Sullivans!
Scheiße! Scheiße! Scheiße!
Er ließ sie los, wobei sein Lächeln noch etwas deutlicher wurde. Alexander hatte so ein sexy Lächeln, das so gut wie jede Frau anzog. Wahrscheinlich war er verlobt, eventuell sogar verheiratet oder hatte zehn Freundinnen, die er abwechselnd beglückte. Jedoch trug er keinen Ring, was nichts zu bedeuten hatte. Sie konnte nicht glauben, wie sie ihn abcheckte.
„Lass mich deinen Koffer nehmen.” Kaum hatte er es ausgesprochen, umfasste er den Griff und marschierte los, sodass ihr nichts anderes übrigblieb, als ihm wie ein gehorsames Lämmchen zu folgen. Allerdings hatte sie so die Gelegenheit, seinen Arsch zu betrachten, der es wirklich wert war, dass sie genau das machte. Und wie er lief! Er schlurfte nicht, ging nicht, sondern durchquerte den Airport, als könnte ihn nichts erschüttern. Die automatischen Türen öffneten sich vor ihm und sie konnte kaum Schritt mit ihm halten. Ihr wurde noch heißer, und sie beschloss, dass sie ihn nicht mochte. Er war arrogant und einer von diesen Kerlen, der dachte, dass er jede Frau haben könnte. Was wahrscheinlich auch stimmte!
Mein Gott, Moira. Du kennst ihn doch gar nicht! Nur weil du voller Hemmungen und Selbsthass bist, brauchst du nicht abwertend über jemanden zu denken, den du gerade getroffen hast. Er kann schließlich nichts dafür, dass du Angst vor ihm hast, weil er genau deinem Beuteschema entspricht, obwohl er alles andere als eine Beute ist.
Nein, Alexander war ein Jäger, der stets den Überblick bewahrte, egal, wie unübersichtlich der Wald war. Auch wenn das Objekt sich in vermeintlicher Sicherheit befand, lauerte er direkt hinter ihm, bereit, seinem Opfer den Rest zu geben.
Alexander lief auf einen SUV zu, und er betätigte die Fernbedienung, sodass die Türen entsperrten. Zu ihrer Verwunderung öffnete er die Beifahrertür, wartete, bis sie sich hingesetzt hatte, ehe er sie zuschlug. Danach verfrachtete er ihren Koffer im Laderaum und nahm neben ihr Platz.
Mist!
Es war genauso, wie sie es vorausgesehen hatte. Er roch gut, obwohl sie nicht bestimmen konnte, was genau sie erschnupperte. Alexander drückte auf den Knopf, damit der Motor ansprang, und schnallte sich anschließend an. Das sollte sie auch tun. Moira löste ihre verkrampften Finger von ihrer Handtasche und stellte mit Entsetzen fest, dass sie vor Aufregung zitterte. Zum Glück war er mit dem Ausparken beschäftigt, und es war daher unwahrscheinlich, dass es ihm auffiel. Doch er betätigte nicht das Gaspedal, sondern legte stattdessen seine Hand über ihre.
„Mir scheint, dass du Hilfe brauchst.” Mit einem Klick rastete der Verschluss ein, während sie sich damit auseinandersetzte, das Gefühl auf ihrer Haut zu verarbeiten. Was war das nur? So hatte sie noch nie auf einen Mann reagiert. Nicht annähernd! Da sie es selbst nicht verstehen konnte, versagte sie in ihrem fast panischen Bestreben, seiner Anziehungsmagie etwas entgegenzusetzen. Am besten plapperte sie irgendwelche Belanglosigkeiten. Nur was?
Einem Gehirn, das gerade einen Overload erhalten hatte, war nur schwer ein logischer Gedanke zu entlocken.
„Arbeitest du für die Insel?”
„Nein.”
Na toll! Vielleicht war ihm das zu privat gewesen, oder er hatte keine Lust mit ihr zu reden, da er sie als hochgradig nervtötend empfand.
„In England hat es geregnet. Hier ist das Wetter einfach traumhaft.” Moira wartete endlose Sekunden darauf, dass er antwortete, aber er verblieb stumm wie ein bunter, lecker riechender, knuspriger Fisch. Verzweifelt versuchte Moira, ihn als hässlich zu erachten, doch gerade weil er sie ignorierte, stachelte das ihren Ehrgeiz an.
„Willst du dich auf der Fahrt weiter mit Belanglosigkeiten beschäftigen? Dann kannst du gleich den Mund halten. Mich ödet nichts so sehr an wie Small Talk.”
Was?!
„Habe ich dir irgendwas getan? Warum hältst du nicht an und ich rufe mir ein Taxi, das mich zur Insel bringt? Ich bin nicht darauf erpicht, neben einem unhöflichen Amerikaner zu sitzen, der sich genauso großkotzig benimmt, wie ich es erwartet habe.”
„Wenigstens hast du jetzt deine Angst vor mir vergessen.” Er lachte, während er den Wagen sicher durch den Verkehr lenkte.
Oh! Das hatte sie in der Tat.
„Du bist also gar kein selbstherrlicher Arsch?”
Moira! Aber sie konnte die Worte nicht wieder einsaugen.
„Nicht immer. Und du bist nicht immer so schüchtern, nehme ich an.”
„Nicht immer.” Jetzt musste sie lachen und das Eis war gebrochen. Seine Methoden waren zwar etwas fragwürdig, allerdings effizient.
„Die Sullivans reisen nächste Woche an. Ich bin schon sehr gespannt auf sie. David und John haben sich angefreundet. Bist du ebenfalls eine Freundin der Familie?”, wollte er wissen.
„Nicht direkt.” Sie konnte nur hoffen, dass ihre Stimme fest klang und er nicht ahnte, dass John und Dean ihre Fantasie anregten, und wovon sie wirklich träumte, wenn sie die beiden Männer ansah. Das war einfach schrecklich unangebracht, falsch, gefährlich und hochgradig dämlich.

Alexander warf Moira, die inzwischen etwas entspannter wirkte, einen Seitenblick zu. Allerdings hatte seine Frage ihre Nervosität erneut angefacht. Eigentlich war es unfair ihr gegenüber, dass er eine Menge über sie wusste, sie jedoch gar nichts über ihn. Doch anders konnten sie ihr nicht helfen.
Und wenn sie gar nicht möchte, dass man ihr hilft?
Dann kann sie ablehnen, aber erst, nachdem sie gründlich über das aufgezwungene Angebot nachgedacht hat.
Alexander hatte gestern mit Iris telefoniert. Sie war äußerst besorgt wegen Moira, und das schon seit sehr langer Zeit. Iris hatte nicht versucht, sie in irgendeiner Weise zu diskreditieren oder sie niederzumachen, sondern sie spürte, dass Moira etwas erlebt hatte, das sie auf Dauer verändert hatte. Was es auch gewesen war, beeinflusste bis zum heutigen Tag ihr Handeln, ihre Träume, ihr Leben, und zwar so immens, dass sie stets erschien, als würde sie eine Rolle spielen, die ihr eigentlich nicht zugedacht war. Dann ihre Flucht aus dem Federzirkel, die nur auf den ersten Blick beinahe komisch, und von ihrer Seite aus mit Vorurteilen behaftet, wirkte. Das war keine Reaktion einer Frau gewesen, die es nicht ertragen konnte, übers Knie gelegt zu werden, und jeglicher Form von Dominanz ablehnend gegenüberstand.
„Sobald Moira auch nur wittert, dass ein Mann sexuell dominant ist, gerät sie in Panik. Ich weiß, dass sie die Sullivanbrüder und Tom sehr mag, sie sogar faszinierend findet, doch in dem Augenblick, da sie auf einen von ihnen trifft, setzt ihr Gehirn aus. Als wenn sie einen Schnorchelausflug an einem Hausriff genießt und plötzlich einem ausgewachsenen weißen Hai gegenübersteht, der ihr erst die Beine abbeißt und dann den Rest verschlingt. Sie geht ihnen immer aus dem Weg und betrachtet sie sehnsuchtsvoll aus der Ferne. Ich glaube, sie hat freiwillig noch keine drei Worte mit ihnen gewechselt, obwohl die Männer öfters versucht haben, mit ihr ins Gespräch zu kommen. Ihr Verhalten ist überaus belastend, vor allem für sie selbst.”
Alexander hatte die Aussage für etwas übertrieben gehalten, doch jetzt nicht mehr, nachdem Moira genauso auf ihn reagiert hatte, wie Iris es beschrieben hatte. Sie hatte Angst vor ihm gehabt, sodass er sie mit ziemlich unhöflichen Bemerkungen aus der Reserve gelockt hatte, die ihr Ziel erreicht hatten. Moira war nicht auf den Mund gefallen, wusste sich durchaus zu behaupten und war temperamentvoll. Und sie sah umwerfend aus! Eine irische Blume, die Wind und Wetter trotzte und ein natürliches Leuchten in sich trug, das ihn ungemein ansprach. Sie war weder dünn noch füllig, sondern für ihn genau richtig. Die enge Bluse betonte ihre Figur und er konnte sie sich sehr gut in seinen Lieblingskleidungsstücken vorstellen. Ein Halsband und Manschetten würden sie verdammt gut schmücken. Dabei war sie eigentlich all das, worum er einen großen Bogen machen wollte.
Aber David und auch Alec, diese hinterlistigen Ärsche, hatten ihr Veto eingelegt, sodass Alexander sich quasi um Moira kümmern musste. Sie hatten ihn zunächst in Sicherheit gewiegt, um dann aus dem Hinterhalt zuzuschlagen. Das Veto, war das Einspruchsrecht, dass sie sich für besondere Fälle gegeben hatten, falls sie der Meinung waren, dass einer von ihnen zu seinem Glück gezwungen werden musste oder um zu verhindern, dass einer von ihnen etwas total blödes tat. Diese Klausel hatten David, Alec und Alexander bei der Gründung des Resorts beschlossen und sie wurde nicht oft benutzt. Doch die beiden Master mussten sich lange und mehrfach über Alexander unterhalten haben und sich darüber einig gewesen sein, dass er ein schwieriges Projekt brauchte, um nicht nur über Sonia hinwegzukommen, sondern auch um sein Leben wieder in angenehme Bahnen zu lenken.
Besonders David hatte raue Zeiten erlebt und seine erste Frau verloren. Er hatte nach ihrem Verlust beinahe aufgegeben.
„Zusammenbrüche fangen oft klein an, ein Kiesel, der ins Rollen gerät und die Macht hat, eine Steinlawine auszulösen, unter der man begraben wird, um schlussendlich darunter zu ersticken.” Das waren Davids weise Worte gewesen.
Bei Alexander hatte sich nicht nur ein bisschen Geröll vom Felsen gelöst, sondern ein paar ganz gewaltige Brocken. Bei Moira dagegen war die Lawine bereits vor langer Zeit auf sie niedergegangen und seitdem kämpfte sie ums Überleben. Vielleicht fanden sie gemeinsam an die Oberfläche, um dann anschließend gestärkt auf getrennten Wegen in eine bessere Zukunft zu gehen. David und Alec hatten in der Hinsicht recht, dass es seinem Ego guttun würde, Moira zu helfen. Sonia hatte mehr an seinen Wertvorstellungen sich selbst gegenüber gekratzt, als es ihm bewusst gewesen war.
„Um deine Frage von vorhin zu beantworten, ich bin Mitinhaber der Insel.”
„Was ist das für ein Resort? Iris hat sich ziemlich bedeckt gehalten, was die Ausrichtung anbelangt. Ist es für Familien? Paare? Singles? Dass Viola nächstes Jahr eine Ausstellung in Los Angeles hat, finde ich toll, aber in einem abgelegenen Urlaubsort ist es doch etwas ungewöhnlich.”
„Zutritt zur Insel ist erst ab fünfundzwanzig erlaubt, und wir sprechen hauptsächlich Paare und Singles an, die in Ruhe ihren Urlaub genießen wollen, ohne belästigt zu werden oder sich ungewollten Blicken zu stellen. Die Klientel ist nicht arm und es ist kunstinteressiert. Viola wird eine Menge von ihren Werken verkaufen.”
„Ich hatte mir schon Sorgen wegen der Art der Bilder gemacht. Manche sind wirklich nicht für Kinderaugen geeignet.”
„Gefallen sie dir denn? Viola Sullivan ist eine begnadete Künstlerin und ihre Gemälde haben eine Seele.” David hatte ihm Violas Broschüre gezeigt und Alexander wollte ein oder zwei Bilder kaufen.
Moira antwortete nicht sofort, suchte offensichtlich nach den richtigen Worten, um nicht zu viel von sich preiszugeben. Das war süß!
Schlussendlich würde sie ihm mehr von sich verraten, als sie über sich selbst im Moment wusste. Manches erkannte man erst, nachdem man es ausgesprochen hatte. Probleme, Geheimnisse, Selbstverleugnung fanden oft im Inneren statt, ohne dass man irgendwas davon ahnte. Er hatte in den letzten Tagen viel über sich nachgedacht, bis er sich die Frage gestellt hatte, ob er sich Sonia gezielt ausgesucht hatte, weil er tief im Inneren seine sexuellen Vorlieben infrage stellte. Jeder dominante Mann kam früher oder später an diesen Punkt. Manchmal geschah es sofort, manchmal erst nach Jahren.
Eine Frau mit Absicht durch Schmerz, Kontrollverlust und überwältigende Emotionen zum Heulen zu bringen, bedeutete einen arschvoll an Verantwortung. Die Last konnte erdrückend werden, ganz abgesehen davon, dass derartige Praktiken bei vielen Menschen starken Ekel und Unverständnis hervorriefen. Alexander war der irrigen Annahme gewesen, dass er über diesen Dingen stand.
„Mir gefallen besonders die Blumen, die Winterlandschaften und die Tierbilder. Dieser Tiger, den sie gemalt hat …”, verzückt stieß sie einen Atemzug aus, „… er scheint fast aus der Leinwand zu springen.”
Ausweichend waren wir also.
„Und was ist mit den anderen Bildern? Bei denen du Sorgen hast, dass sie nicht für unschuldige Seelen geeignet sind. Stoßen sie dich ab?”
„Nein.”
Er blickte kurz auf ihre Hände, die sie geballt auf ihre Oberschenkel gelegt hatte.
„Das tun sie nicht, aber ich würde sie nicht in meine Wohnung hängen.”
„Warum nicht? Ängstigt dich die Aussage der Gemälde? Was sie in dir auslösen? Oder hast du Angst, was andere über dich denken?”
„Wieso willst du das wissen? Das geht mir zu weit. Ich kenne dich nicht und möchte nicht darüber reden. Was ich mag, oder auch nicht, ist meine Angelegenheit.”
Er antwortete nicht darauf und die Stille hing schwer zwischen ihnen. Schade, dass sie nicht in Fesseln vor ihm stand, denn dann wäre es noch weitaus effektiver.
Moira knickte dennoch ein. „Sorry. Ich wollte mich nicht wie eine Zicke benehmen. Das war unpassend. Du hast dir wahrscheinlich gar nichts bei der Frage gedacht.”
Baby! Falscher könntest du nicht liegen. Zeit für eine weitere Attacke!
„Ich entschuldige mich. Ich dachte, da du für die Bilder verantwortlich bist, würdest du auch für sie brennen und mir ihre Vorzüge schmackhaft machen, sodass ich zumindest eins davon erwerbe. Vielleicht willst du lieber errötend durch die Ausstellung laufen und jeden potenziellen Käufer vergraulen.”
Damit hatte er sie an die Wand genagelt, was ziemlich fies war. Alexander sah sie zwar nicht an, vermutete allerdings, dass sie rot anlief und ihn sicherlich in die Höhle verwünschte, aus der er ihrer Meinung nach gekrochen war. Eigentlich hatte er mit Geduld probieren wollen, an sie heranzukommen, damit sie ihm vertraute. Doch er ahnte es nicht nur, er wusste, dass alle ihre bisherigen Partner mit dieser Vorgehensweise einen Schiffbruch erlitten hatten, der unumkehrbar gewesen war. Daher umschwirrte er sie wie der nervigste Moskito, der jemals auf der Welt herumgeeiert war, sodass sie nach ihm schlug. Diese Reaktion hatte zudem den überaus netten Nebeneffekt, dass er dann ebenfalls einen Grund hatte, um sie zu schlagen, und zwar nicht nur nett.
„Findest du, dass Viola eine derartig schlechte Werbung verdient hat, bloß weil du dich von ihren Kunstwerken peinlich berührt fühlst und daher die Schönheit nicht erkennen kannst und es auch nicht willst?” Knock, knock, knock. Ein weiterer Nagel in ihr aufgestelltes Gefieder. Ob sie zum Angriff überging, blindlings, ohne über die Wahrheit in seinen Worten nachzudenken? Wie weit reichte ihre Selbstverleugnung? War sie so tief in ihr verwurzelt, dass sie die eigenen Lügen nicht mehr bemerkte?
Alexander ging zwar kalkuliert an Moira heran, doch er hatte nicht damit gerechnet, dass sie wie ein saftiger Burger nach einer Zehnstundenwanderung auf ihn wirkte. Er hatte diese außergewöhnliche Chemie bei anderen Paaren schon öfters wahrgenommen. Zwischen Alec und Sienna war die Luft ständig aufgeladen, und zwar auf eine großartige Weise. David und Olivia hatten das, und natürlich Richard und Carolina. Selbst ihre Eheprobleme hatten nicht das Besondere zwischen Richard und Carolina zerstört, und nachdem beide sich ihren wilden Sehnsüchten hingegeben hatten, waren sie glücklich wie nie. Manchmal brauchte es dazu der Hilfe von Freunden, die auch bereit waren, etwas Ungewöhnliches zu tun. In Carolinas Fall war es eine Entführung zur Insel gewesen.
Erneut war da diese Stille, die wie eine klebrige Masse wirkte, die für Moira eine große Belastung war, das sah er nicht nur ihren verkrampften Fingern an. Vermeintlich achtete er ausschließlich auf die Straße, die sie in die Berge führte.
„Ich bin keine Verkäuferin und habe die Konsequenzen meiner Handlungen unbedacht gelassen.” Ihre Stimme klang fest, was kein einfaches Unterfangen war. Iris hatte Alexander von ihrem Arschlochchef erzählt. Im ständigen Kampf mit ihm hatte Moira diesen Schutz perfektioniert. Das verkomplizierte Alexanders Aufgabe, da sie diese Art der Hingabe als Inbesitznahme und Betrug an sich selbst erachtete. Zu erkennen, dass sexuelle Unterwerfung keine Niederlage darstellte, war kompliziert. Doch ihr Chef war nicht der Grund für Moiras Hysterie bei einem dominanten Mann.
„Du könntest mit mir die Gemälde durchgehen, nachdem sie an den Wänden angebracht sind. Wir können dann gemeinsam ihre Geheimnisse ergründen, sodass du auf alle Fragen vorbereitet bist.”
Wenn sie ihn wirklich unsympathisch finden würde, ihn als widerlich und stinkig erachten würde, hätte sie nicht nach den Brocken geschnappt, die er ausgeworfen hatte. Doch so abgestumpft, dass sie die Anziehungskraft zwischen ihnen abtat, war sie zum Glück nicht.
„Das ist eine gute Idee. Danke, Alexander.”
Alexander verkniff sich ein zynisches Grinsen, als er daran dachte, wie weit ihre Dankbarkeit wohl reichte, sobald sie begriff, was genau die Insel für ein Resort war. Iris war es durchaus bewusst, dass sie damit die langjährige Freundschaft aufs Spiel setzte. Doch zu oft hatte sie Moira leiden sehen und auch des Öfteren beim Weinen ertappt. Sie wollte nicht länger passiv danebenstehen, während Moira immer mehr vereinsamte. Das war die schlimmste Art der Isolation, wenn man inmitten von Menschen war und niemanden an sich ranließ. Das konnte sehr gefährlich sein. Olivia war in diesem Zustand gewesen, als sie nach Hause zurückgekehrt war. Alexander hatte ihr nicht beistehen können, da sie ihn nicht gelassen hatte. Aber David hatte es gekonnt. Manchmal brauchte es eine besondere Person, um das Unmögliche zu schaffen. Iris hatte um Hilfe für Moira gebeten, weil sie selbst nicht helfen konnte. Ihre Freundin ließ sie nicht.
Alexander war sich deutlich Moiras Anwesenheit bewusst, und das nicht nur, da er direkt neben ihr saß. Moiras Geruch hatte er bereits bemerkt, als er ihr auf dem Airport die Hand gereicht hatte. Doch jetzt erfasste er ihn richtig. Sie roch nach Orangen. In Kombination mit ihrer Haut war das einfach köstlich. Ihre brünetten Haare brachten ihre grüngrauen Augen zum Leuchten.
„Dann ist das dein erster Job für Iris?”
„Ja, sozusagen ein Spezialauftrag. Mir tut es gut, aus dem Trott auszubrechen. Aber ich bin weit aus meinem gewohnten Umfeld und daher verunsichert.” Sie drehte sich zur Seite, um ihn anzusehen. „Eigentlich ist es verrückt, dass ich dir das erzähle. Irgendwie scheine ich bei dir nicht den Mund halten zu können. Ich hoffe, dass du mich nicht als absolut nervtötend empfindest.”
„Nein, tue ich nicht, Moira. Ich würde gern heute Abend mit dir essen, um dich näher kennenzulernen. Dein Aufenthalt auf der Insel soll angenehm sein. Dort kannst du ganz du selbst sein und brauchst dich auch nicht davor zu fürchten. Es ist anstrengend, stets eine Maske zu tragen.”
Sicherlich fand sie nicht nur seine Direktheit seltsam, doch sie würde alles verstehen, sobald sie von der Insel flüchten wollte und es nicht konnte. Jetzt war es allerdings Zeit, ein paar unverfängliche Themen anzuschneiden.
„Bist du das erste Mal geflogen?”
„Oh Gott! Sieht man mir das etwa an?” Sie lachte zuckersüß. „Um ehrlich zu sein, war ich noch nie außerhalb vom United Kingdom.”
„Wie gefällt dir die Landschaft?”
„Es ist atemberaubend. Ich dachte, London wäre laut und schrill. Doch was ich am Flughafen von Los Angeles gesehen habe, übertrifft meine Erwartungen. Und diese Weite nach dem Gewusel. Uns ist seit einer halben Stunde kein einziges Fahrzeug begegnet.”
Er hörte Moira an, dass sie lächelte, und auch, dass sie gerne in der Natur war.
„Dann bin ich der erste Amerikaner, mit dem du jemals gesprochen hast? Das Flughafenpersonal ausgenommen.”
Er spürte auf der Stelle, dass sie sich wieder anspannte, allerdings anders als zuvor. Die harmlose Frage hatte sie bis ins Mark entsetzt.
„Ja”, log sie. Sie stieß einen Atemzug aus, weil sie die Luft angehalten hatte.
Alexander verstaute diese Reaktion. Sie war ein Schlüsselpunkt, obwohl er im Moment nichts damit anfangen konnte.
„England und Schottland haben mich schon immer gereizt. Ich war noch nie in Europa.”
„Dann musst du uns unbedingt besuchen. Irland, Schottland, Wales und England, sie alle haben ihren eigenen Reiz. Wenn da nur nicht der Brexit wäre. Was für ein Desaster.”
„Wem sagst du das! Wir haben im Moment unser eigenes Desaster.” Aus einem Impuls heraus legte er ihr die Hand auf den Unterarm. Ihre Haut war unglaublich weich, doch die Muskeln darunter steinhart. Er zog seine Berührung nicht sofort zurück, sondern wartete ein paar Sekunden.
„Mit einer charmanten Begleitung würde ich gerne die Burgruinen und die Landschaft erkunden.”
„Zu zweit macht es immer mehr Spaß. Ist Kalifornien dein Lieblingsstaat?”
„Wenn ich ehrlich bin, liebe ich es hier, doch ich hätte auch nichts gegen einen Ortswechsel einzuwenden. Kentucky reizt mich sehr.”
„Ich habe letztens eine Reportage über Kentucky gesehen. Sie könnten fast Irland und Schottland Konkurrenz mit ihren Brennereien machen. Aber …”, sie lachte herzhaft, „… netter Versuch. Die Landschaft würde mich allerdings reizen und die vielen wunderschönen Häuser.”
„Du kannst doch dort einmal Urlaub machen.”
„Ja, vielleicht.”
Vor ihnen kam das ummauerte Gelände in Sicht, das der Insel die Privatsphäre ermöglichte, die sie brauchte. An der Innenseite verdeckten Pflanzen und Hecken die Steinmauer. Joe und Nash hatten Dienst am Tor und öffneten es, sobald sie Sichtkontakt mit Alexander hatten.
„Ihr habt eine Security? Und nehmt es offensichtlich ernst mit der Abgeschiedenheit.”
„Unsere exklusiven Gäste erwarten Fingerspitzengefühl und wir wollen keine unerwünschten Augen. Das sind übrigens Joe und Nash. Joe ist der Leiter der Security, und, wie du feststellen wirst, überaus gut in dem, was er macht.”
„Das glaube ich sofort.” Sie schaute nach vorn und er sah Moira ihre Begeisterung über die Anlage an. „Es ist wunderschön hier und das Resort wirkt tatsächlich wie eine Insel.”
Sie hatten sich sehr viel Mühe bei der Gestaltung der Wege und der Bepflanzung gegeben, um dem Areal ein subtropisches Feeling zu geben. Neuerdings hatten sie auch einen Strand an dem neu angelegten Salzwasser-Infinity-Pool. Mit den Palmen konnte man wirklich glauben, dass man im Meer badete. Auf den ersten Blick erschienen die weißen Gästebungalows und das Hauptgebäude im spanischen Stil wie eine ganz normale Ferienanlage, doch was sich im Inneren abspielte, wäre für so manchen nicht zu ertragen. Lustschmerz und Schläge, die über ein paar leichte Patscher auf den Po hinausgingen, wirkten abschreckend und verstörend, wenn man nicht ebenso tickte oder zumindest ein wenig tolerant war.
Aber eines hatte Alexander in seinem Leben im Umgang mit Menschen gelernt: Tolerant waren oft nur die anderen, auch wenn diejenigen das Gegenteil behaupteten. Viele wären es gerne, versagten allerdings, sobald sie über den eigenen Tellerrand hinaussahen. Die meisten Menschen waren festgefahren in ihren Ansichten und nicht halb so offen, wie sie sich darstellten. Jedoch glaubte er nicht, dass Moira Angst vor der Meinung von anderen hatte. Was immer sie auch im Inneren verbarg, es war weitaus komplizierter. Sie erinnerte ihn an Irish Cream. Auf den ersten Blick sahnig, und falls man den Mut hatte, tiefer zu gehen, wartete eine feurige Überraschung auf einen.
Er hatte vor, sie bis auf den letzten Schluck auszutrinken, egal, was er nach Sonia gedacht hatte. Schließlich war da dieses starke Knistern zwischen ihnen, und das erlebte man nicht oft. Er hatte schon mit so einigen Subs durchaus erfüllende Sessions genossen, doch da hatte dieses Prickeln gefehlt, das über das Körperliche hinausging. Wenn es so geklappt hätte, wie er es am liebsten wollte, dann wäre ihm das mit einer erfahrenen Devoten passiert. Allerdings machte das Leben oft ungeplante Dinge mit einem, und so eines saß gerade neben ihm.
Joe trat an den SUV. Normalerweise hätte er Moira mit Absicht etwas in Alarmbereitschaft versetzt. Die meisten Subs mochten das. Der dunkelhäutige Mann war ein Ex-Marine. Alexander war sich sicher, dass einer seiner Urahnen ein afrikanischer König gewesen war. Alexander ließ die Scheibe herab.
„Hey.” Joe setzte sein bestes Lächeln für Moira auf, die sich allerdings nicht täuschen ließ. Wahrscheinlich schlug ihr Herz in einem wilden Takt.
David und Alec hatten Alexander die Option offengehalten, dass sie einen anderen Master für sie finden würden, falls er und Moira sich auf der Stelle unsympathisch waren. Auch Joe war im Gespräch gewesen. Ging es nach Alexander, konnte er sich sein Grinsen in den Arsch schieben.
Keine Chance, Kumpel.
„Nett, dich kennenzulernen, Moira. Rachel hat sich gerade gemeldet. Alle Gemälde haben den Flug unbeschadet überstanden und sind bereits verladen worden. Der Truck müsste in zwei Stunden hier eintreffen. Ich werde persönlich das Ausladen überwachen, sodass du dich morgen um alles kümmern kannst.”
„Danke, Joe.”
„Wir sehen uns.” Alexander fuhr zum Parkplatz, und normalerweise hätte er Moiras Erleichterung erheiternd gefunden, wenn es eine normale Reaktion einer devot veranlagten Frau auf Joe gewesen wäre. Ob jemand sie geschlagen, vergewaltigt oder misshandelt hatte? Das könnte ihr Verhalten erklären. Doch irgendwie glaubte er nicht, dass die Lösung so einfach war, wobei einfach ein ziemlich unpassendes Wort war.
Er parkte und schaltete den Motor aus. „Du bist bestimmt erschöpft. Wir essen auf der Veranda deines Bungalows und dann kannst du ins Bett fallen. Morgen sieht die Welt anders aus. Eine heiße Dusche und Schlaf helfen immer.”
Er stieg aus und holte ihr Gepäck aus dem Kofferraum. Sie lief neben ihm, als sie auf einem der Bruchsteinwege entlangliefen, die die Holzbungalows miteinander verbanden. David hatte ihr einen der Bungalows im südlichen Teil zugewiesen. Dieser Bereich stand im Moment leer. Sie hatten ihn für die Sullivans und Sean Carrigan reserviert. Sean war einer der Inhaber des Sadasias, einem befreundeten Club des Federzirkels, und reiste mit seiner Frau Hazel an. Olivia und Sienna freuten sich riesig auf die britischen Ungetüme, das waren Johns Worte gewesen, um Viola, Kim, Sally und Hazel zu beschreiben. David und Alec waren bereits ein wenig nervös deswegen. Das geschah ihnen recht. Ein zu selbstsicherer Master wurde faul. Inspiration war jederzeit gut.
Es war aufrüttelnd, wenn die Sub einen aus der geliebten Klimazone in die Sahara trieb, damit man sie von dort genussvoll und natürlich schmerzvoll zurückjagen konnte, wobei es der Sub weitaus mehr wehtat als dem Master. So war es schon immer gewesen und so sollte es auch zukünftig sein.
Sie erreichten den Bungalow mit der Nummer einundachtzig. Alexander ging vor ihr die drei Stufen zur Veranda hinauf, die das gesamte Haus umrandete. Er stieß die Tür auf und trat zur Seite, sodass Moira zuerst eintreten konnte.
„Wow, das ist wunderschön. Ich hatte irgendwie mit einer erdrückenden Hütte gerechnet. Aber das ist atemberaubend.” Das Innere war ebenso weiß getüncht wie das Äußere. Eine helle Sitzgruppe war vor einem der beiden bodentiefen Fenster platziert, die den Blick auf den privaten Gartenbereich zuließen, der jedem Bungalow angehörte. Ein dunkler Esstisch, an dem vier Personen Platz fanden, stand vor dem anderen Fenster. Auch die Polsterstühle waren cremefarben. Die Accessoires wie Kissen, Kerzen und der mitten im Raum liegende Teppich waren fuchsiafarben.
Sie entdeckte gerade die große Schaukel im Garten, und sie war ahnungslos, was man damit machen konnte. Er jedoch nicht!
„Ich lasse dich für eine Stunde allein und komme mit Essen zurück.”
Sie war offensichtlich dankbar, dass sie im Bungalow aßen, und wusste natürlich nicht, dass das nicht nur dazu gedacht war, dass sie in Ruhe speisen und sich einleben konnte. Noch wollten die Inhaber der Insel nicht, dass sie verstand, wo genau sie sich befand.
Sobald sich das änderte, würde die Insel zunächst wie die Hölle für sie erscheinen, aus der es diesmal kein Entrinnen gab. Doch er würde dafür sorgen, dass Moira den Himmel erreichte.