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Family Affairs: Jagdfieber
Vivian Hall

Preis eBook:6,99 EUR
Format:PDF
EPUB
Genre(s): Modern, Romane mit Buch-Trailer
Themen: Dominanz & Unterwerfung, Vanilla
eBook per PayPal (Sofortversand per E-Mail):
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Buchtrailer: 

Inhaltsangabe:

Victor Seymour ist - ganz im Gegensatz zu seinem leichtlebigen Bruder Ryan - ein Puritaner und geht ganz und gar in seinem Pflichtbewusstsein auf. Niemand ahnt, dass er schon seit Jahren eine heimliche Affäre mit der verheirateten Charlotte Fitzroy hat und durch seine Vergangenheit keiner Frau mehr vertrauen kann. Es scheint unmöglich, sein Herz zu berühren, selbst seine intrigante Geliebte schafft dieses Kunststück nicht. Nichtsdestotrotz ist Victor dieser mondänen Frau sexuell hörig, bis die freche Paige Turner in sein Leben rauscht und ihm jeden Nerv einzeln tötet. Die beiden explosiven Sturköpfe geraten ständig aneinander, doch gerade als sie sich endlich zu ihren leidenschaftlichen Gefühlen bekennen und ein zartes Band knüpfen, versucht die eifersüchtige Charlotte die junge Liebe zu zerstören …


Hörprobe aus "Family Affairs: Jagdfieber" in der Erotic Morning Lounge: Hörprobe 
Über die Autorin:

Die Autorin wurde 1977 in einer schwäbischen Kleinstadt geboren und lebt heute glücklich mit Mann und Kind in einem idyllischen Dörfchen nahe der Donau. Lange Jahre arbeitete sie als Erstkraft in der Parfümerie einer Einzelhandelskette. Ein Beruf, den sie für ihr Kind vorerst an den Nagel gehängt hat. Als leidenschaftliche Leserin, verschlingt sie Bücher aller Genres und kreiert – nach eigener Aussage - absolut laienhaft, aber voller Begeisterung Banner, mit Hilfe ihres Fotobearbeitungsprogramms. Für sie ist der kreative Umgang mit Bildern ein wichtiger Ausgleich, um zu entspannen und Raum für neue Ideen zu schaffen, denn ihr größtes Hobby bleibt das Schreiben. Mit Worten zu spielen und dabei Geschichten über Liebe, Leidenschaft und Intrigen entstehen zu lassen - das ist eine ganz große Leidenschaft von ihr.

Besuchen Sie auch die Homepage von Vivian Hall: www.facebook.com/viv.ian.1297.

Ebenfalls von Vivian Hall im Plaisir d'Amour Verlag erschienen:
Leseprobe:

Zwei befriedigende Stunden später lief er durch die gutbesuchte Hotelhalle und fühlte sich ausgelaugter als nach einem ausgiebigen Waldlauf. Er sehnte sich danach, endlich nach Hause zu kommen, um sich die letzten Stunden vom Körper zu waschen, doch bevor er durch die Tür ins Freie verschwinden konnte, durchbrach ein lauter Ruf die gedämpfte Atmosphäre im Foyer.
„Hey, Victor, warten Sie!“
Was zur Hölle …
Er drehte sich blitzartig um und erblickte Paige Turner, die seinen Namen quer durch die Hotelhalle gebrüllt hatte. Sie stand diagonal auf der anderen Seite und wedelte wie wild mit der Hand hin und her. Victor starrte sie ungläubig an. Sie befanden sich doch hier nicht auf einem ägyptischen Basar! Dort war so ein lautstarkes Geschrei vielleicht vertretbar, aber nicht in einem der edelsten Hotels, die England zu bieten hatte. Mit wachsendem Unverständnis aufgrund ihres schlechten Benehmens beobachtete er, wie sie näher kam und dabei eine geradezu unverschämte Lässigkeit ausstrahlte. Während er sich gedanklich noch mit ihrem flegelhaften Auftreten auseinandersetzte, blieb sie vor ihm stehen und grinste ihn heiter an.
„Victor, wo wollen Sie denn so eilig hin?“
Möglichst weit weg von dir …
Victor musterte ihre Gestalt von Kopf bis Fuß und fühlte eine merkwürdige Kombination aus Empörung und Faszination. 
„Nun, eigentlich hatte ich vor, nach Hause zu fahren“, antwortete er schließlich, um der Höflichkeit Genüge zu tun. Immerhin war er ein Gentleman, auch wenn er sich in den letzten zwei Stunden sicher nicht wie einer benommen hatte. 
„Mann, dann hab ich ja mal richtig Glück, dass ich Sie noch erwische.“ Sie senkte den Blick abwärts und hob einen ihrer zierlichen Füße, die in Pumps mit mörderisch hohen Absätzen steckten. „Stellen Sie sich nur vor, ich hätte Ihnen in den Dingern durch London hinterherjagen müssen.“
Er konnte nicht darüber lachen, sie hingegen schon. Kein perlendes Plätschern, wie es von den meisten Frauen in seinem näheren Umfeld eingesetzt wurde. Es klang eher wie das wilde Rauschen eines herabstürzenden Wasserfalls. Genau wie ihre ganze Person war es viel zu laut, um noch als vornehm durchzugehen, und sie erregte die ungeteilte Aufmerksamkeit eines älteren Pärchens, das sich in einer Sitzgruppe ganz in der Nähe niedergelassen hatte und sich tuschelnd über diesen Schreihals ausließ. Unangenehm berührt sah er sich um, weil außer den beiden noch weitere Anwesende mit neugierigen, teils pikierten Blicken zu ihnen rüberstarrten. Allerdings musste er schnell feststellen, dass es lediglich die Frauen waren, die sich naserümpfend über Paige echauffierten, während die Männer eher an hechelnde Hündchen erinnerten. Heraushängende Zungen und sabbernde Speichelfäden inklusive. Kein Wunder, so wie sie rumlief. Victor streifte Paige mit einem möglichst desinteressierten Blick. Sie trug ihre Reize sehr offenherzig zur Schau, obwohl das schwarze Kleid auf den allerersten Blick sogar recht züchtig wirkte. Bis man einen Blick auf den Ausschnitt riskierte. Der Stoff fiel locker über ihren Oberkörper, wurde aber in der Mitte nicht von Knöpfen zusammengehalten, sondern bestand lediglich aus einem extrem tiefen, überlappenden V. Immer dann, wenn sie sich bewegte, sah man einen schmalen Streifen heller Haut aufblitzen. Einen BH oder etwas Derartiges konnte er nicht erkennen, und er begann sich ernsthaft zu fragen, ob sie überhaupt etwas darunter trug. 
„Ich habe keinen an“, fiel sie hörbar amüsiert in seine Gedanken ein.
Er blinzelte einige Male kurz hintereinander, schluckte und rang möglichst unauffällig nach Luft.
„Bitte?“
„Einen BH“, erklärte sie derart geduldig, dass selbst er zu glauben begann, er wäre schwer von Begriff. Sie schien sich an seinem Unbehagen geradezu zu weiden, denn sie setzte sofort nach. „Das haben Sie sich doch gerade eben gefragt, oder? Ob ich einen trage.“
Victor hüllte sich in vornehmes Schweigen und zog es vor, diese Bemerkung nicht zu kommentieren, doch sie ließ sich nicht täuschen und grinste ihn dreist an. 
„Wie eben erwähnt: Die Antwort lautet Nein“, erklärte sie ohne die geringste Spur von Verlegenheit. „Falls Sie mir nicht glauben, können Sie gerne selbst nachsehen.“
Ihr vertraulicher Unterton ließ sämtliche Alarmglocken in seinem Kopf läuten, was sich noch verstärkte, als sie einen Schritt näher an ihn herantrat und ihm vertraulich zuraunte: „Ehrlich, es macht mir nichts aus. Ich bin nicht schüchtern …“
„Miss Turner, ich muss doch sehr bitten. Sie vergessen sich.“
Sie machte einen hübschen Schmollmund. „Victor, jetzt seien Sie doch nicht so oberlehrerhaft“, tadelte sie leicht beleidigt und ging wieder auf Abstand. 
Victor starrte auf ihren Mund. Kein Lippenstift heute, nur helle rosa Haut, die aussah wie ein üppiges Samtkissen. Bevor er anfing sich vorzustellen, was sie mit diesem Mund alles anstellen könnte, setzte er seinen strengsten Schulmeisterblick auf und betete gleichzeitig, dass der Stoff ihres Oberteils nicht verrutschte.
„Es ist mir egal, ob Sie etwas darunter haben oder nicht. Es ist schließlich Ihre Sache, ob Sie sich der Öffentlichkeit halbnackt präsentieren.“
„Das wird nicht passieren, dafür sorgt schon das doppelseitige Klebeband“, erklärte sie unverfroren und zupfte provokativ an dem Stoff herum, ehe sie ihm unter gesenkten Wimpern hindurch einen schalkhaften Blick zusandte, der ganz merkwürdige Gefühle in ihm auslöste. „Ich muss schon sagen, das Zeug ist wirklich eine geniale Erfindung. Hält problemlos alles an Ort und Stelle, ohne dass ich den Leuten hier ein Open-Air–Festival biete.“ 
Sie sprach so entspannt, als würde sie übers Wetter plaudern. Wieder strich sie mit einem Finger am inneren Rand des Ausschnitts entlang und lehnte verspielt den Kopf zur Seite. Victor war fassungslos über ihr aggressiv-erotisches Verhalten, was sie nur noch mehr zu amüsieren schien. 
„Oh Mann, Victor … Jetzt werden Sie mal locker. Sie sollten ernsthaft an Ihrer Toleranzgrenze arbeiten, denn so, wie Sie sich gerade verhalten, könnte man glauben, Sie wären ein Langweiler.“
Dieses kleine Biest! Frauen wie sie verspeiste er für gewöhnlich zum Frühstück, und wenn sie meinte, hier ihre Scherze mit ihm treiben zu müssen, würde er ihr umgehend beweisen, dass sie bei ihm an den Falschen geraten war. Er gehörte nicht zu diesen rückgratlosen Beaus, die sich den ganzen Tag nur Gedanken darum machten, wie sie ihr schnellstens an die Wäsche gehen konnten. 
„Ich bin nicht langweilig, nur weil ich gute Manieren habe. Und ich rate Ihnen dringend, sich ebenfalls welche zuzulegen. Es zeugt nicht gerade von gutem Stil, wenn man wild in der Gegend herumbrüllt und sich wie eine loses Weibsstück zur Schau stellt.“
Sie verdrehte die Augen. „Meine Güte! Sie stellen sich an, als wäre ich gerade nackt durch die Hotelhalle geritten. Glauben Sie mir, das ist auf meiner ‚Dinge, die ich noch tun möchte‘-Liste nicht vertreten.“
„Meine liebe Miss Turner, ich bin wirklich beruhigt, dass Sie nicht vorhaben, Lady Godiva nachzueifern, denn mit Verlaub, das stünde Ihnen nicht gut zu Gesicht.“
Ein Anflug von Irritation spiegelte sich in ihrem Gesicht wider.
„Lady wer?“
Es empfand es als eklatanten Mangel an Allgemeinwissen, dass sie die Geschichte um Lady Godiva nicht kannte. Typisch Amerikaner! Es wunderte ihn kein bisschen, dass dieses Land den Ruf hatte, von ungebildeten und fettleibigen Proleten bevölkert zu sein.
„Nun, dann will ich Sie mal nicht dumm sterben lassen. Lady Godiva ist Teil einer alten Legende. Sie soll einst nackt durch die Stadt geritten sein, nur von ihrem langen Haar bedeckt, damit ihr Mann die Steuern senkt. Das hat ihm so imponiert, dass er tatsächlich eingelenkt hat und den Bewohnern die Abgaben erließ.“
Sie wirkte nicht im Mindesten beeindruckt von seinem Wissen und zuckte lediglich die Schultern; ein verhaltenes Lächeln zierte ihre Lippen.
„Machen Sie sich keine Sorgen darüber, ich könnte in ihre Fußstapfen treten. Ich reite lieber auf Männern als auf Pferden, und sollten Sie mal Lust auf eine richtig heiße Cowgirl-Nummer haben, rufen Sie mich ruhig an. Ich zeige Ihnen dann höchstpersönlich, dass ich rittlings absolute Weltklasse bin.“
Victor zuckte bei dieser ungezogenen Bemerkung zusammen, fest davon überzeugt, dass ihm gerade sämtliche Gesichtszüge entgleisten. Gleichzeitig spielte sein Kopfkino vollkommen verrückt. Ohne es verhindern zu können, sah er sich selbst auf einem Bett liegen, nackt und ausgestreckt, während sie mit wippenden Brüsten und entrücktem Gesichtsausdruck auf seinen Hüften saß und ihn mit schaukelnden Bewegungen zum Orgasmus ritt. 
Seine Handflächen wurden feucht, und er fühlte trotz der sexuellen Exzesse des heutigen Nachmittags eine eindeutige Regung unterhalb seines Bauchnabels. Dennoch kostete es ihn keine Mühe, ihren ungeheuerlichen Vorschlag abzulehnen. 
„Danke für das Angebot, aber ich verzichte. Mein Bedarf an Ausritten dieser Art ist gleich Null, und sollte ich wirklich das Bedürfnis danach verspüren, bevorzuge ich definitiv eine gut erzogene englische Stute und kein ungebärdiges amerikanisches Wildpferd.“
Sie grinste, obwohl er sie gerade eiskalt abblitzen ließ.
„Wie schade, dass Sie kein Interesse an einem heißen Ritt haben, dabei habe ich schon so viel von den englischen Hengsten gehört“, lästerte sie mit spöttisch verzogenem Mund. „Um ehrlich zu sein, hätte ich meine linke Brust verwettet, dass Sie im Grunde verdammt scharf auf mich sind und es nur nicht zugeben wollen.“
„Die Wette würden Sie verlieren“, entgegnete er fest. Kühl fügte er hinzu: „Offensichtlich glauben Sie, mich durchschauen zu können.“ 
„Aber natürlich tu ich das“, erwiderte sie umgehend.
Victor war gelinde gesagt verblüfft über ihr ausgeprägtes Selbstbewusstsein und ihre unverblümte Ansage. Woher nahm sie nur diese Sicherheit? Sie waren einander – dieses Treffen mitgezählt – erst zwei Mal begegnet, und doch meinte sie, ihn zu kennen, und interpretierte seine Äußerungen ganz nach ihrem Gutdünken.
„Ich kann nur wiederholen, dass ich kein Interesse an Ihnen habe, Paige.“
Sie zuckte gleichmütig mit den Schultern und wirkte kein bisschen beleidigt. Ihr Lächeln wies sogar eine Spur von Mitleid auf. 
„Wissen Sie, Victor, ich glaube Ihnen kein Wort. Die meisten Männer sind so durchschaubar wie Fensterglas, wenn es um Frauen geht, und Sie sind da keine Ausnahme.“
„Ich fürchte, Sie werden sich an meiner Scheibe die Nase plattdrücken, bevor sie das bekommen, was Sie haben wollen“, entgegnete er bemüht gleichgültig.
Innerlich tobte er vor Wut, weil sie keinerlei Respekt zeigte. Jede Faser in ihm schrie danach, sie am Handgelenk zu packen, um ihr im nächstgelegenen dunklen Raum zu beweisen, dass man mit einem Victor Seymour keine Scherze trieb. Nicht, wenn man nicht bereit war, die Konsequenzen zu tragen. 
„Ich weiß nicht, mit welcher Sorte Mann Sie bisher verkehrt haben“, erklärte er doppeldeutig, „doch Sie sollten sich davor hüten, mich in eine dieser Schubladen zu stecken.“ Er streifte sie mit einem geringschätzigen Blick. „Ein schöner Körper allein reicht nicht aus, um mich dauerhaft zu fesseln.“
Ein dreckiges Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus, und sie schnalzte mit der Zunge.
„Nun, dann muss ich wohl doch meine rosa Plüschhandschellen rauskramen, wenn der Anblick meines Körpers nicht reicht, um Ihren kleinen Freund strammstehen zu lassen.“
Sie äußerte das in einer Lautstärke, die sofort die Aufmerksamkeit der Umstehenden auf sich zog, was ihn in ziemliche Verlegenheit stürzte. Er lächelte dem entsetzt dreinschauenden Ehepaar in der Nähe beschwichtigend zu, doch seine Bemühungen, gelassen zu wirken, standen im krassen Gegensatz zu seinem eigentlichen Gemütszustand. In ihm brodelte es heftiger als im Inneren eines Vulkans. Noch so eine Bemerkung und er würde dieses unverschämte Weibsstück noch hier in der Halle übers Knie legen. Vor allen Leuten, egal, ob sie sich die Mäuler darüber zerrissen.
Sekunden verstrichen und natürlich tat er nichts dergleichen. Er starrte lediglich auf ihren Brustkorb, um ihr nicht in die Augen sehen zu müssen, da sie ansonsten sofort spitzgekriegt hätte, wie sehr ihn ihr Verhalten erboste. Auf ihren Oberkörper zu glotzen, erwies sich allerdings als keine besonders clevere Idee, da ihn der Anblick ihres unglaublichen Busens daran erinnerte, dass zumindest ein ganz bestimmter Körperteil von ihm einer kleinen Rodeo-Nummer nur zu gern zugestimmt hätte. Bevor dieser kleine Funke an Anziehung sich zu einem Schwelbrand ausbreiten konnte, rief er sich in Erinnerung, dass er Paige Turner nicht ausstehen konnte. Victor beschloss, diese fruchtlose Konversation umgehend zu beenden.
„Warum sagen Sie nicht, was Sie von mir wollen, damit ich endlich gehen kann. Ich habe noch zu tun.“
Sie kräuselte die Lippen zu einem Schmollmund.„Sie sind heute Morgen wohl mit dem falschen Fuß aufgestanden“, murrte sie mit beleidigter Miene. „Aber bitte, wenn Sie es gar so eilig haben, komm ich gleich zur Sache.“
„Das würde mir sehr entgegenkommen.“
Sie schnitt eine Grimasse in seine Richtung und betitelte ihn leise als Spielverderber. Er hörte es dennoch und spürte, wie ein unangenehmes Hämmern in seinem Kopf einsetzte. Seine Geduld war ziemlich am Ende. 
„Miss Turner, meine Zeit ist wirklich begrenzt, wenn Sie also etwas zu sagen haben, dann tun Sie es jetzt.“ Demonstrativ blickte er auf seine Armbanduhr.
„Ist ja gut, seien Sie doch nicht so ungeduldig“, beschwerte sie sich. „Dad hat mich vorhin angerufen und mir erzählt, dass er Ihr Angebot angenommen hat. Jetzt würde ich gerne unser Gepäck nach Seymour Manor bringen lassen und … nun ja … einziehen.“ 
„Wieso unser Gepäck?“, hakte Victor verblüfft nach. „Ihr Vater hat mit keinem Ton erwähnt, dass Sie ebenfalls mitkommen. Ich dachte eigentlich, Sie bleiben im Hotel.“
Sie musterte ihn ein wenig befremdet.
„Ich bitte Sie“, äffte sie seinen arroganten Tonfall nach. „Sie glauben doch nicht, dass ich allein im Berkeley bleibe, während mein Vater für teures Geld den ganzen Flügel eines Herrenhauses mietet?“
Victor wollte immer noch nicht wahrhaben, was er da gerade gehört hatte.
„Reisen Sie nicht in ein paar Tagen ab? Es lohnt sich doch kaum, nach Seymour Manor umzusiedeln, wenn Sie ohnehin bald die Heimreise antreten.“
Sie lächelte anzüglich.„Wie kommen Sie denn auf die Idee, ich könnte abreisen? Ehrlich gesagt fühle ich mich ziemlich wohl in England und werde Ihnen noch ein Weilchen auf die Nerven gehen.“
Die Befürchtung hegte er auch. Victor versuchte, sich mental zu sammeln, und lächelte gekünstelt, während er ihre Worte verdaute. Gleichzeitig schalt er sich einen Narren, weil er so heftig reagierte. Was machte es schon, wenn sie mitkam? Ihr Aufenthalt würde nicht ewig dauern, höchstens zwei oder drei Wochen, möglicherweise auch einen Monat, aber spätestens dann würde sie sich langweilen und nach Amerika zurückfliegen. Eine so überschaubare Zeitspanne ließ sich durchaus ertragen, immerhin war das Haus groß genug, um sich bequem aus dem Weg zu gehen. 
„Sie sehen nicht gerade begeistert aus“, stellte sie in diesem Augenblick trocken fest. Paige musterte ihn lauernd und meinte gedehnt:„Sagen Sie, kann es sein, dass Sie Angst davor haben, mir nicht widerstehen zu können, wenn ich in Ihrer Nähe bin?“
Jetzt fing sie schon wieder mit diesem Schwachsinn an! Allerdings durchfuhr es ihn in der nächsten Sekunde siedend heiß, dass sie mit ihrer Annahme gar nicht so falsch lag. Er hatte tatsächlich Angst, ihrer lasziven Sinnlichkeit über einen längeren Zeitraum hinweg ausgeliefert zu sein, und fluchte stumm, weil sie die Situation intuitiv richtig einschätzte. 
Er räusperte sich und versuchte, seine gleichgültige Fassade aufrechtzuerhalten.
„Ich habe keine Probleme damit, Ihnen zu widerstehen. Machen Sie sich nicht lächerlich, indem Sie sich das einreden. Ich habe weder Angst um meine Tugend noch vor Ihrem Einzug.“
„Tatsächlich.“ Sie wirkte keineswegs überzeugt. „Es macht Ihnen also nichts aus, wenn ich für einige Wochen mit Ihnen unter einem Dach hause?“
Einige Wochen? Victor wurde schwindelig bei dieser Aussicht ...
„Ihr Vater hat den gesamten Westflügel gemietet, und solange er dafür bezahlt, ist es allein seine Entscheidung, wer darin wohnt“, erklärte er nach außen hin völlig ungerührt. „Ich werde ihm da sicher keine Vorschriften machen.“
Sie strahlte ihn an.
„Fein, dann hol ich jetzt meine Notfallreisetasche und komme gleich mit Ihnen. Das restliche Gepäck lass ich dann nachschicken.“ 
Paige klimperte mit den Wimpern und schenkte ihm einen betont harmlosen Blick. 
„Sie nehmen mich doch mit, oder?“
Er mühte sich ein Lächeln ab, obwohl er seinen Kopf am liebsten gegen die nächste Wand gedonnert hätte, bis ihm sein nutzloser Schädel platzte. Verdammt…
„Aber natürlich“, antwortete er übertrieben freundlich und hasste sich für die Anspannung, die aus jeder Silbe herauszuhören war. Er versuchte das zu überspielen. Sie war schließlich nur eine harmlose Frau und kein Mitglied einer terroristischen Vereinigung. Ihr zu widerstehen, würde ein Klacks werden. Immerhin hatte er Charlotte, bei der er sich notfalls austoben konnte, sollte Paige wider Erwarten doch an seinem eiserenen Mantel kratzen …

Fast drei Wochen später musste er einsehen, dass er sich getäuscht hatte. Paige kratzte nicht nur, sie häutete ihn praktisch. Nachdem sie sich auf Seymour Manor häuslich eingerichtet hatte, glaubte er nicht mehr daran, dass sie in absehbarer Zeit abreisen würde. Dafür betonte sie zu ausdrücklich, wie wohl sie sich in England und auf Seymour Manor fühlte. Wie eine blutsaugende Zecke setzte sie sich in seinem Leben fest und perfektionierte ganz nebenbei ihre Inszenierung als männermordender Vamp. 
Die nächste Schwierigkeit bestand darin, Charlotte aus dieser Sache rauszuhalten. Sollte sie jemals mitbekommen, wie entschlossen Paige Jagd auf ihn machte, würde sie diese unzerkaut zum Frühstück verspeisen und anschließend wieder ausspucken. Sie konnte verflucht unangenehm werden, wenn sie sich von einer anderen Frau bedroht fühlte, und ein amourös motivierter Skandal, weil Charlotte vor lauter Eifersucht die Nerven durchgingen, war nun wirklich das Allerletzte, was er jetzt gebrauchen konnte. 
Er sehnte sich zurück nach der Zeit, als Frauen in seinem Leben noch keine besondere Rolle gespielt hatten, doch nun wimmelte es an allen Ecken und Enden von ihnen. Da waren Charlotte, Leanne und Chloe, und nun gesellte sich zu allem Übel auch noch Paige dazu. Selbst in seinem eigenen Haus war er nirgends vor ihr sicher, und Victor stand kurz davor, schreiend die Wände hochzugehen, weil sie ihm andauernd halbnackt auflauerte oder ihm mit irgendeiner Belanglosigkeit auf die Nerven ging. Letztens hatte sie sich sogar ungefragt zu ihm in die Sauna gesetzt, nur mit einem winzigen Handtuch bekleidet, das kaum die aufregenden Formen ihres Körpers verbarg. Sie hatte ihn im wahrsten Sinne des Wortes zum Schwitzen gebracht. Wie ein Feigling war er nach ein paar Minuten aus dem viel zu kleinen Raum geflüchtet, weil sich sein verdammter Schwanz selbstständig gemacht hatte. Steif und dienstwillig hatte sich das Ding in die Höhe erhoben, bereit, sich den Weg in ihr weibliches Zentrum zu ebnen. Bevor er tatsächlich in Versuchung kam, über Paiges kurvigen Körper herzufallen, hatte er die Sauna fluchtartig verlassen. 
Seither konnte er ihren halbnackten Anblick nicht vergessen, und das Aus-dem- Weg-Gehen funktionierte nur bedingt, da sie seine Nähe förmlich suchte. Um ihr wenigstens ab und an zu entkommen, war er seit ihrem Einzug oft im Freien unterwegs. Heute hatte ihn jedoch ein unerwarteter Regenschauer dazu gezwungen, früher als geplant den Heimweg anzutreten. Jetzt war er durchnässt bis auf die Haut und stapfte wutentbrannt über den teppichbedeckten Flur im zweiten Stock, um in sein Schlafzimmer zu gelangen. Er war nicht sauer wegen seines durchgeweichten Zustands, sondern weil Paige ihn nach seiner Rückkehr schon in der Eingangshalle erwartet hatte. Mit einem unverschämten Grinsen hatte sie ihm Hilfe beim Abtrocknen angeboten, sich dabei über die saftig-süßen Lippen geleckt und ihn angesehen, als wäre er ihre nächste Mahlzeit. 
Er knallte die Tür seiner privaten Räume etwas schwungvoller zu als nötig, sodass die Bilder an den Wänden bedenklich wackelten. Ohne sich darum zu kümmern, machte er zwei Schritte in den Raum hinein, blieb stehen und schöpfte erstmal Atem, um seinen aufgeputschten Adrenalinspiegel abzusenken. Erst dann machte er sich auf den Weg ins angrenzende Bad, um seine Reitkleidung loszuwerden. Ein frustriertes Schnauben entwich ihm. Wenn das so weiterging, würde ihn dieser hübsche Quälgeist in die trostlosen Hallen einer Irrenanstalt treiben. Wütend darüber, dass sie so einen Einfluss auf ihn hatte, begann er, mit ruckartigen Bewegungen die weichen Handschuhe aus hellbraunem Hirschleder von seinen Fingern zu ziehen. Achtlos ließ er sie zu Boden fallen. Seine klassisch geschnittene Reitjacke aus edler Schurwolle ereilte das gleiche Schicksal und endete als unordentlicher Haufen gleich daneben. Sein Schneider hätte bei diesem Anblick ganz sicher die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, doch Victor scherte sich weder um ihn noch interessierte ihn der Zustand seiner Garderobe, während er sich das helle Hemd vom Körper riss, als würde es ihm auf der Haut brennen. Er pfefferte es zusammengeknüllt auf das Jackett, stieg achtlos darüber hinweg und setzte sich auf den Badewannenrand, um die auf Hochglanz polierten Reitstiefel von seinen Füßen zu ziehen. Anschließend wurde er auch den Rest seiner Kleidung los. 
Er erhob sich wieder und lief auf den Spiegel zu. Nach einem kurzen Blick hinein musste er sich eingestehen, dass er wirklich mitgenommen aussah. Blass, abgezehrt und mit dunklen Schatten unter den Augen. Paige brachte ihn nicht nur um seine innere Ruhe, sondern auch um seinen Schlaf. 
„Verdammtes Weibsbild!“, stieß er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und stemmte die Hände an den Rand des Waschbeckens. Verbissen bemühte er sich darum, ihr Bild aus seinem Kopf zu kriegen, doch er sah sie weiterhin vor sich. Lächelnd, schlüpfrig und unendlich provozierend. Am liebsten hätte er seine Stirn gegen den Spiegel gehämmert, bis ihm Sturzbäche an Blut die Sicht verschleierten. Er senkte den Kopf, starrte auf den weißen Marmor des Beckens und schwor sich gleichzeitig, dass Paige ihre Spielchen in Zukunft allein spielen musste. Und doch stellte er sich in den letzten Tagen – seit der Begegnung in der Sauna, um genau zu sein – immer häufiger vor, wie sie nackt unter ihm lag und ihm sehnsüchtig den vollen Busen entgegenstreckte. Seine Lider schlossen sich in der Hoffnung, diese Fantasie dadurch zu stoppen, doch sein innerer Fernseher schaltete sich nicht aus, sondern spielte lediglich einen anderen Film für ihn ab: langes schwarzes Haar, das liebkosend über seinen Körper hinwegstreifte und sich fast schon liebevoll um seinen hochaufgerichteten Schwanz wand. Seidige Stränge, die ihn nicht mehr loslassen wollten und innig drückende Finger ersetzten…
Victor atmete schneller, weil die Vorstellung durch die Reibung ihrer glänzenden Locken und direkt in ihr Haar zu kommen, ihn gegen seinen Willen antörnte. Gleiches galt für ihren leicht schläfrigen Blick und ihren herzförmigen Mund, der so saftig und süß aussah, dass er am liebsten ein Stück davon abgebissen hätte. Er wollte an ihren Lippen saugen, auch an denen zwischen ihren Beinen, bis sich sahnige Feuchtigkeit zwischen ihren Schenkeln staute. Doch ihr Mund war es nicht allein, der ihm so zusetzte. Was ihm am allermeisten zu schaffen machte, waren ihre verdammten Brüste. Sie waren unanständig. Keine Frau sollte mit solchen Brüsten herumlaufen dürfen, denn sie brachten selbst die standhaftesten Männer dazu, alle guten Vorsätze zu vergessen. Sauer über seinen Mangel an Beherrschung stakste er zur Dusche, schob ruppig die Verglasung hinter sich zu und drehte das Wasser so heiß auf, wie er es auf seiner Haut ertragen konnte. Als könnte der heiße Strahl, der auf ihn niederging, die Spuren seiner lüsternen Gedanken einfach wegwaschen. 
Das Gesicht unter den Duschkopf haltend, schwor er sich, etwas gegen Paige zu unternehmen. Er musste sie so sehr verletzen, dass sie von allein aufhörte, ihm nachzustellen. Eigentlich widerstrebte es ihm, ihr wehzutun, denn trotz ihrer oft unverschämten Art blitzte unter der rotzigen Oberfläche hin und wieder ein einsames kleines Mädchen auf, das sich einfach nur nach ein bisschen Aufmerksamkeit sehnte. Doch für ihr Glück fühlte er sich nicht zuständig. Für ihn war es lebenswichtig, nicht eines Morgens aufzuwachen und festzustellen, dass er die gleichen Fehler gemacht hatte, wie einst sein Vater …
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