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Lustnächte
Barbara DuMont

Preis eBook:6,99 EUR
Format:EPUB
Genre(s): Modern
Themen: Vanilla
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Inhaltsangabe:

Als die Historikerin Beatrix mit ihrem Auto in den Gartenzaun des attraktiven Architekt Pierre LeBreton kracht, ahnt sie noch nicht, dass nun das Abenteuer ihres Lebens beginnt: Bei Vermessungsarbeiten in der Abtei von Landévennec ist Pierre auf ein unbekanntes Dokument der Tempelritter gestoßen, das den Weg zum verschwundenen Schatz der Templer weisen könnte. 
Die ebenso hübsche wie widerspenstige Beatrix weckt nicht nur durch ihr Wissen über die Tempelritter Pierres Abenteuerlust, sondern auch seinen Sinn nach einer Verführung der besonderen Art. 
Während Pierre in heißen Lustnächten alle Register seiner Verführungskünste zieht, werden Pierre und Beatrix tagsüber auf ihrer Suche nach dem jahrhundertealten Schatz der Templer in einen Strudel abenteuerlicher Ereignisse gezogen, die die beiden durch halb Frankreich führen ...

"Wer die Romane von Dan Brown mit ihren Verschwörungstheorien mag, sich dort aber mehr Erotik gewünscht hat, ist hier richtig. DuMont verbindet eine spannende Geschichte mit sexy Szenen und einem grandiosen Macho-Helden."
Leser-Welt - Das Literaturportal

Link zur Hörprobe bei "Erotic Morning Lounge": [Lustnächte - gelesen von Rena Larf]
Über die Autorin:

Barbara DuMont, Jahrgang 1961, lebt mit ihrem Mann und etlichen Haustieren in einem kleinen Dorf unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze. Kreatives Schreiben lernte sie an einer Hamburger Akademie. Nach mehreren historischen Kriminalromanen wagt sie mit „Lustnächte“ einen ersten Schritt in die Welt literarischer Erotik.

Leseprobe:

Szene 1

Das ursprüngliche Kloster, eine keltische Gründung aus der Wende vom fünften zum sechsten Jahrhundert, lag auf der Halbinsel Crozon, auf der Südseite der Rade de Brest.
„Die ursprünglichen Bauten standen hier bis zur Französischen Revolution. Dann wurden sie zu einer Quelle für Baumaterial für die umliegenden Dörfer. Dort oben ist das neue Kloster. Es wurde 1950 von den Benediktinern von Kerbeneat gebaut.“ Er zeigte auf einen einfachen, soliden Bau auf der Anhöhe über den Ruinen des alten Klosters. „Sie sind bis heute seeseitig nicht fertig geworden. Aber das lässt ihnen den freien Blick auf die Reede.“
„Es ist wunderschön hier“, hauchte Beatrix.
Pierre war weniger romantisch veranlagt.
„Meinst du diesen Betonkasten ohne irgendwelche architektonisch markanten Akzente?“
„Ich meine nicht das neue Kloster, sondern die ganze Umgebung.“
Er musste zugeben, dass die Mönche es wirklich verstanden hatten, ihr Terrain zu gestalten. Apfelbäume, Rhododendron und Azaleen gruppierten sich gemeinsam mit dem Blau des Meeres zu einem regelrechten Garten Eden.
„Das ist alles für die Touristen. Jemand muss ja ihren Klingelbeutel füllen“, sagte er. Das Arrangement beeindruckte ihn wenig.
 „Zu diesem Zweck renovieren sie auch eifrig die Ruinen. Deshalb war ich hier, um zu vermessen. 1958 hat man mit archäologischen Ausgrabungen begonnen. Gleich danach begannen sie mit der Restaurierung. Das da hinten ist ihr Museum.“ Er zeigte auf ein niedriges Gebäude mit einem gläsernen Vorbau.
„Wir können es uns später ansehen. Komm.“ Er nahm sie bei der Hand und zog sie hinunter zu den Ruinen. Pierre, der Architekt, war ganz in seinem Element. Begeistert erläuterte er Beatrix, wie dieses Bauwerk sich im Laufe der Jahrhunderte ständig verändert hatte. Er schielte zu ihr hinüber. Interessierte es sie? Eindeutig. Sie konnte sich also genauso für alte Gemäuer begeistern wie er.
„Leider haben die Wikinger alles geplündert und dann gründlich niedergebrannt. Deshalb ist aus der ersten Bauphase nicht mehr allzu viel übrig. Die Mönche mussten fliehen, kehrten aber nach der Rückeroberung ziemlich schnell zurück und bauten als erstes die Kirche wieder auf. Im elften und zwölften Jahrhundert wurde sie im romanischen Stil ausgebaut. Man kann auch danach noch ein paar größere Bauperioden erkennen.“
Elegant schwang er sich über eine halbhohe Mauer.
„Das hier war der Chor der ehemaligen Abteikirche. In seiner Bausubstanz kannst du noch Überreste aus karolingischer Zeit … Béatrice?“
Wo blieb sie denn?
Beatrix versuchte, ihm einigermaßen würdevoll in ihrem kurzen Rock über das Hindernis zu folgen.
„Kannst du mir vielleicht mal helfen?“
Statt der Aufforderung nachzukommen, vergrub er die Hände in den Hosentaschen und grinste zu ihr hinüber.
„Ich dachte, seit ihr Frauen die Hosen anhabt, braucht ihr keine männliche Hilfestellung mehr.“
„Das hier ist aber ein Rock und darüber hinaus war ich immer der Meinung, dass wir uns mit der ganzen Emanzipation eher in die Nesseln gesetzt haben, als dass wir je viel damit gewinnen könnten.“
„Ach! Ist das so? Ich helfe selbstverständlich gern, wenn der Preis stimmt.“
„Ich bin heute nicht zum Feilschen aufgelegt“, zischte sie und sprang von der Mauer. Prompt schürfte sie sich das Knie auf.
„Wenn du weiterhin so stur bist, wirst du irgendwann mit Narben übersät sein.“
„Und das ist dann ganz allein deine Schuld.“
„Natürlich. Nur aus diesem Grund habe ich meinen Gartenzaun genau dort aufgebaut, wo du entlangfahren wolltest.“
Beatrix schnaubte. Ein Laut, dem leicht ein Temperamentsausbruch folgen konnte. Besser, er erstickte ihn im Keim. Sie schien wenig Verständnis für solche Scherze aufzubringen.
„Komm her, kleine Katze. Zieh deine Krallen wieder ein.“
 Ehe sie sich versah, hatte er sie an seine Brust gedrückt. Und an noch etwas anderes weiter unten. Aufreizend langsam streichelte er mit seiner Nase an ihrem Hals entlang.
„Wieder Frieden?“, säuselte er in ihr Ohr.

Beatrix fühlte sehr zu ihrem Leidwesen, dass es ihr heiß die Wirbelsäule entlanglief. Oh nein. So billig sollte er nicht davonkommen. Sie holte tief Luft, um sich über seine Diskriminierung zu beklagen. Nur kam sie nicht zu Wort. Pierre hatte ihre Lippen bereits mit seinen verschlossen und küsste sie zärtlich. Ihr Missmut verflog fast augenblicklich. Zumindest vorübergehend, denn wenig später im Museum bescherte Pierre ihr neuen Ärger. Anhand der Ausstellungstücke hielt er ihr einen fachmännischen Vortrag über die damaligen Mönche und ihr keltisches Regelwerk. Als sie sich in dem abgedunkelten Raum über eine Glasvitrine beugte, um einige alte Handschriften zu betrachten, fühlte sie plötzlich seine Hand unter ihrem Rock. Für einen eventuellen Betrachter musste es aussehen, als lehnte er sich nur über sie, um ebenfalls die Auslagen zu betrachten. Weit gefehlt. Seine Aufmerksamkeit galt ganz etwas anderem. Gehetzt sah sie sich um. Zum Glück war der Raum menschenleer und sie beschloss spontan, einfach zu genießen, was ihr gerade geboten wurde. Es war so herrlich … unzüchtig. Ja, das war wohl der passende Ausdruck. Quälend langsam schob Pierre seine Hand weiter nach oben, während sie angelegentlich die alten Schriften unter dem Glas betrachtete, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Mit seinem Knie drängte er ihre Beine leicht auseinander, um seiner suchenden Hand mehr Platz zu verschaffen. Seine Finger schoben ihren Slip zur Seite, fanden ihre Perle, umrundeten sie und zogen sich ganz, ganz langsam zwischen ihren Schamlippen hindurch weiter nach hinten. Als sein Daumen ihren Anus zu massieren begann, stöhnte sie leise auf.
„Psst“, raunte Pierre ihr ins Ohr, und als sie die Augen öffnete, sah sie entsetzt den alten Mann im schwarzen Habit auf sich zukommen. In Panik versuchte sie, ihren Rocksaum nach unten zu ziehen. Pierre machte keinerlei Anstalten, seine Hand wegzuziehen von dort, wo sie war. Im Gegenteil. Er streichelte sie einfach weiter als wäre nichts.
„Hör sofort auf“, zischte sie.
„Er kann nichts sehen hinter der Vitrine“, flüsterte er ihr unverschämt ins Ohr und seine Hand fuhr fort, sie zu liebkosen.
„Oh, Monsieur LeBreton. Welche Freude, Sie zu sehen.“
Sie wurde fast ohnmächtig vor Scham. Der Mönch kam näher.
„Und Sie haben noch jemand mitgebracht, wie ich sehe.“
„Guten Tag, Vater Abt. Darf ich Euch meinen Gast Mademoiselle Greifenberg vorstellen? Sie interessiert sich sehr für die Geschichte Eures Klosters.“
 Pierre stand ganz dicht hinter ihr. Seine Linke lag locker auf der Vitrine, direkt neben Beatrix’ zu Fäusten geballten Händen, während seine Rechte nach wie vor kühn ihre Weiblichkeit streichelte.
„Da habt Ihr Euch den besten Führer ausgesucht, den Ihr finden konntet, mein Kind“, lächelte der alte Abt väterlich.
„Äh … ja“, presste Beatrix mühsam zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
„Hat er Euch erzählt, dass er einen genauen Plan zur Rekonstruktion des alten Klosters anfertigt?“
„Ja.“
Pierre sprang ein. Mit einer Stimme, die an Festigkeit nicht das Geringste zu wünschen übrig ließ, sagte er: „Verzeiht, Vater Abt, wenn Mademoiselle Greifenberg Euch ein wenig wortkarg erscheint. Sie ist Deutsche und beherrscht die französische Sprache nicht sonderlich gut.“
Beatrix biss die Zähne noch fester zusammen, denn einer von Pierres Fingern drang gerade in diesem Moment in sie ein und hinterließ eine Gänsehaut auf ihrem gesamten Körper. Verzweifelt bemühte sie sich um ein halbwegs unbeteiligtes Gesicht. Draußen läuteten die Glocken der Abteikirche.
„Oh, ich fürchte, ich muss mich schon verabschieden“, sagte der alte Mann und ein Blick aus seinen trüben Augen streifte Beatrix. „Die Glocken rufen mich zum Gebet.“ Der Benediktiner wandte sich um und schlurfte zu einer Tür auf der anderen Seite des Raumes. Pierre stieß in diesem Moment fest zu und sie konnte ein Stöhnen nicht unterdrücken. Der Abt, die Hand schon an der Türklinke, drehte sich abrupt um.
„Ist Euch nicht wohl, mein Kind?“
„Mademoiselle hat einen schwachen Kreislauf, Vater Abt“, antwortete Pierre statt ihrer und schenkte dem weißhaarigen Mönch ein unschuldiges Lächeln. „Macht Euch keine Sorgen. Ein wenig frische Luft und es wird ihr gleich besser gehen. Ich kümmere mich um sie. Geht nur unbesorgt und schließt uns in Eure Gebete ein.“
„Ja, das werde ich tun, mein Sohn, das werde ich tun.“ Der alte Mann schlappte hinaus. Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss.
„Es macht dir Spaß, hab ich recht“, quiekte Beatrix erstickt. Pierres anzügliches Grinsen brachte sie zur Weißglut.
„Wie kannst du nur, Pierre LeBreton? Wie kannst du mich dermaßen blamieren?“, japste sie. „Und was sollte das? Sie beherrscht die französische Sprache nicht. So eine Unverschämtheit. Und nimm jetzt sofort die Finger da weg. Sofort!“ Mit seiner freien Hand drückte er sie fest gegen seine Brust.
„Gut. Wie du willst. Beim nächsten Mal werde ich den armen, alten Mann also nicht mehr belügen. Dann sag ich ihm eben: Mademoiselle kann sich gerade nicht auf Euer Gespräch konzentrieren, weil sie gleich einen Orgasmus bekommt. Und nein, ich werde meine Hand nicht dort wegnehmen. Ich habe sie gern da, wo sie jetzt ist.“
 Beatrix versuchte, sich vehement von Pierre loszumachen. Mit dem Erfolg, dass er ihren Rock vollends hochschob und sie vor sich auf die Vitrine setzte. Als sie ausholen wollte, um ihn zu ohrfeigen, griff er ihre Hände, verschränkte sie auf ihrem Rücken und hielt sie spielend leicht mit einer Hand an Ort und Stelle. Aller Gegenwehr zum Trotz drückte er sie nach hinten und legte sich ihre strampelnden Beine über die Schultern.
„Du tätest gut daran, leise zu sein, kleine Katze. Ihr Stundengebet dauert nicht ewig. Und sie sind nicht alle so blind und taub wie ihr Abt.“
Pierre beseitigte das letzte Hindernis und steckte den zerrissenen String einfach in seine Hosentasche. Dann verschwand sein Gesicht zwischen ihren Beinen und seine Zunge setzte fort, was seine Hände angefangen hatten.
Schon ein Hauch von Berührung an ihren Schamlippen, und ihr Widerstand verringerte sich merklich. Sie begann zu zittern. Um Himmels willen! Was passierte mit ihr? Sie wollte das hier. Oh … Das konnte doch wohl nicht sein. Sie waren hier … oh, wie gut … in einer öffentlichen Einrichtung. Jeden Moment konnte … konnte jemand kommen. Doch nicht … oh doch! Genau hier und jetzt. Unwillkürlich hob sie ihm ihr Becken entgegen. Hör bloß nicht auf. Die forschenden Ausflüge von Pierres Zunge dehnten sich auf einem größeren Revier aus und sie konnte kaum noch an sich halten. Es war einfach zu … Sie suchte nach dem richtigen Wort, konnte es nicht mehr finden.



Szene 2

Eine Stunde später erreichten sie Château Blanchefort. Es lag nur einige Kilometer östlich von Rennes-le-Château auf einem Felssporn und bestand nur noch aus den Resten eines Turmes und einigen Fundamenten. Als Entschädigung bot sich allerdings ein atemberaubender Blick auf das Umland.
„Noch verkommener, als ich es in Erinnerung hatte“, verkündete Pierre und ließ sich auf einen Mauerrest plumpsen.
„Ja, ich fürchte, hier gibt es wirklich nicht mehr viel zu entdecken.“
„Wir sind ja auch nicht wegen der Burg gekommen.“ Pierre grinste. Hinterhältig, wie Beatrix fand.
„Oh!“
Erschrocken erinnerte sie sich an ihr Gespräch auf der Hinfahrt und an die in Aussicht gestellte Kletterpartie in unterirdischen Stollen. Nichts anderes konnte er meinen.
„Ich sehe, wir erinnern uns. Na? Immer noch mutig genug, um mit mir da hinunterzuklettern?“
Eigentlich nicht. Aber das würde sie nie zugeben. Also antwortete sie so würdevoll wie eben möglich: „Natürlich. Nachdem ich innerhalb weniger Tage Madame LeBreton, schwanger und eine notorische Säuferin geworden bin, kommt es nicht mehr darauf an, wenn ich auch noch das Opfer eines Erdrutsches werde.“
Vielleicht fand er ja nach all den Jahren den Eingang nicht mehr. Weit gefehlt. Er hatte den Plan im Rucksack, den er bei seiner damaligen Exkursion angefertigt hatte.
„Du hast anscheinend beim Packen an alles gedacht?“
„Sicher. Männer verwenden in der Regel weniger Zeit darauf, ihre Garderobe zusammenzustellen. Sie denken an die wirklich wichtigen Dinge. Taschenlampen zum Beispiel. Mit einem Helm kann ich dir allerdings nicht dienen. Hätte zu viel Platz weggenommen. Und wenn die Decke einstürzt, nützt er sowieso nicht mehr viel. Hier, nimm.“
Zögernd griff sie nach der Taschenlampe. Das ungute Gefühl in ihrem Magen verstärkte sich zusehends.
„Glaubst du, das könnte passieren? Dass eine Decke einstürzt“, fragte sie zögerlich.
„Das Bergwerk stammt noch aus dem Mittelalter. Und da es seit gut zweihundert Jahren stillgelegt ist, wird auch niemand auf die Idee gekommen sein, irgendetwas instand zu halten. Aber keine Angst, ich bin ja bei dir.“
Vielleicht wollte er nur sehen, wie weit sie ging. Auf keinen Fall würde sie zugeben, dass sie Angst hatte. Die Genugtuung sollte er nicht haben.
 „Gut, ich komme mit.“
„Ja. Das ist mein Mädchen.“ Pierre zwinkerte ihr schelmisch zu. „Na, dann los. Der Eingang muss irgendwo zwischen hier und dem Roque Nègre sein.“
Die Suche nach dem Eingang stellte sich als ausgesprochen schwierig heraus. Hecken und dichtes Gestrüpp hatten fast das gesamte Gelände überwuchert. Die Behörden hatten an jeder möglichen und unmöglichen Ecke Verbotsschilder aufgestellt, die Pierre geflissentlich ignorierte. Nach gut einer Stunde hatten sie sich ein ganzes Stück von der Burgruine entfernt. Immer wieder stießen sie auf Bruchstücke von Mauern. Den Eingang hatten sie aber noch immer nicht gefunden. Beatrix begann sich erneut Hoffnungen zu machen, dass sie den Tag unbeschadet überleben würde, als Pierre neben einem weiteren Verbotsschild seitlich den Hang hinunterkletterte.
„Pierre?“
„Was ist?“
„Da steht, der Abstieg auf dieser Seite des Berges ist verboten.“
Als Antwort hörte sie nur herablassende Äußerungen über die Willkür der Behörden, während seine Stimme sich immer weiter entfernte. Sehen konnte sie ihn nicht mehr, ohne zu nahe an den Abgrund heranzutreten. Das Gelände fiel steil ab und bestand fast nur aus nacktem Fels. Immer wieder hörte sie, wie Steine nach unten kullerten, die Pierre lostrat und fast wartete sie darauf, zu hören, wie er in die Tiefe stürzte. Doch stattdessen tauchte er unverhofft vor ihr auf, auf dem Gesicht ein siegessicheres Lächeln.
„Ich hab den Eingang gefunden“, verkündete er. „Los, komm. Es ist nicht so steil, wie es von oben aussieht. Nimm meine Hand.“
„Pierre, ich …“
„Doch feige?“
Ja, allerdings. Aber um nichts in der Welt würde sie einen Rückzieher machen. Sie würde ihm dieses überhebliche Grinsen aus dem Gesicht fegen. Sie würde … Sie würde … Ach, verdammt! Er war ja auch runter und wieder unbeschadet heraufgekommen. Was sollte es. Sie wollte nicht darüber nachdenken, was passieren konnte, wenn sie wider besseres Wissen dort hinunterstieg. Beatrix fühlte noch immer die provozierenden Blicke auf sich. Nein, Pierre LeBreton. Feige wirst du mich nicht sehen. Also reichte sie ihm die Hand und kletterte über die Böschung. Schon im nächsten Augenblick wusste sie, dass sie einen Fehler gemacht hatte. Sie stand auf einem etwa dreißig Zentimeter breiten Überhang, von dem ein nur wenig breiterer Rand am Abgrund entlang steil nach unten führte.
„Sieh nicht runter. Bleib einfach ganz dicht bei mir. Es ist nicht weit. Ich halte dich fest.“
Na toll. Dann stürzten sie wenigstens zu zweit in die Tiefe. Vorsichtig setzte Beatrix einen Fuß vor den anderen, den Blick immer fest auf Pierres breiten Rücken geheftet. Und tatsächlich erreichten sie nach einigen Metern einen kaum einen drei viertel Meter breiten, etwa anderthalb Meter hohen Eingang, versteckt hinter wild wucherndem Gestrüpp, das sich in den fast nackten Fels krallte. Pierre schob sie an sich vorbei in den Schacht, der steil nach unten führte, dann folgte er dicht hinter ihr.

Der Mann ließ sein Fernglas sinken. Dann fischte er das Handy aus der Jackentasche und wählte die Nummer seines Auftraggebers. Er würde sich freuen, zu hören, dass dieser LeBreton genau das tat, was er vorausgesagt hatte. Die Frau allerdings stellte eine nicht zu unterbewertende Schwierigkeit dar. Was hätte der Bretone getan, wenn sie ihm nicht dort hinuntergefolgt wäre? Hätte er die Sache abgeblasen? Vielleicht sollte man das Mädchen aus dem Verkehr ziehen. Auf der anderen Seite der Leitung meldete sich eine brüchige, heisere Stimme.

„Treppenstufen“, keuchte Beatrix.
„Ja, erstaunlich“, murmelte Pierre hinter ihr und zog seinen Plan aus der Hosentasche. Treppenstufen hatte er nicht in Erinnerung. Aber das war kein Wunder nach mehr als fünfzehn Jahren. Und außerdem hatte er der Führung seines Professors damals wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Diese Exkursion war lediglich ein lästiges Muss gewesen, eine Teilnahme, die man nachweisen musste, wenn man zur Prüfung zugelassen werden wollte.
„Kannst du dich etwa nicht mehr daran erinnern?“
Hörte er da etwa so etwas wie Misstrauen in ihrer Stimme?
„Natürlich kann ich mich erinnern. Wir müssen erst einmal da hinunter.“
Wohin auch sonst? Es gab keine Alternative. Der Gang war so niedrig, dass er den Kopf einziehen musste und gerade mal so breit, dass man die steinernen Wände mit den Ellbogen berühren konnte. Er schaltete die Taschenlampe ein. Einige Schritte weiter vorn hatte sich eine Baumwurzel durch die poröse Decke gebohrt. Erdreich und lose Steine lagen auf den ausgetretenen Treppenstufen. Pierre kletterte darüber hinweg und zog Beatrix mit sich.
„Zitterst du etwa?“
„Nein.“
Natürlich hatte sie Angst, das fühlte er. Aber sie gab es nicht zu. Er fragte sich, wie weit sie gehen würde, bevor sie zu lamentieren begann und sie umkehren müssten. Die Treppe, mancherorts so ausgetreten, dass man fast das Gleichgewicht verlor, führte immer weiter in die Tiefe. Enge Luftschächte führten senkrecht an manchen Stellen nach oben und immer wieder versperrte heruntergefallenes Erdreich den Weg. Nach seinem Plan hätten längst die beiden eingezeichneten Querstollen ihren Weg kreuzen müssen. Sie waren nicht da. Dann machte der Gang eine Biegung nach links und mündete unvermittelt in einem kleinen Raum mit gewölbter Decke. Auf dem Boden war ein ehemals schwarz-weißes Mosaik zu erkennen, das unter einer dichten Schmutzschicht fast verschwand. Eine morsche, zweiflügelige Tür hing schief in verrosteten Angeln.
„Was ist das denn?“, hauchte Beatrix hinter ihm. Täuschte er sich oder hatte sie aufgehört zu zittern? Ihre unbezähmbare Neugier hatte wohl die Angst besiegt. Er war inzwischen vollkommen sicher, dass dies nicht die alte Mine war, die er damals besichtigt hatte. Aber sollte er das zugeben und Beatrix erneut in Angst und Schrecken versetzen? Lieber nicht. Also setzte er eine selbstsichere Miene auf und erklärte:
 „Das ist ein Vorraum. Sehen wir mal nach, ob dahinter noch alles so ist, wie ich es in Erinnerung habe.“
Vehement zerrte er an einem der schief hängenden Türflügel. Unvermittelt brachen die rostigen Scharniere aus dem morschen Rahmen und die schwere Tür donnerte zu Boden. Augenblicklich füllten Splitter und Staub den kleinen Raum. Mit einem beherzten Sprung brachte er sich und Beatrix in Sicherheit.
„Alles ein bisschen heruntergekommen in letzter Zeit“, krächzte er und rappelte sich auf, griff Beatrix unter die Arme und stellte sie wieder auf die Füße.
„Ich … ich … kriege keine Luft.“ Beatrix rang nach Atem, hustete, keuchte, würgte.
„Hey, keine Panik. Ist nur Staub. Der legt sich gleich wieder. Sieh nur.“
Tatsächlich befand sich hinter der zerstörten Tür eine weitaus größere Kammer. Auch hier setzte sich das schwarz-weiße Mosaik auf dem Boden fort. Die aus Naturstein gemauerten Wände führten etwa vier Meter senkrecht in die Höhe und gingen dann in ein Tonnengewölbe über.
„Oh, mein Gott“ keuchte Beatrix. „Was ist das?“
Für einen kurzen Moment war auch Pierre sprachlos.
 „Ich nehme an, wir haben den Ort gefunden, den Bertrand de Blanchefort hat anlegen lassen.“
 „Was heißt das? Du nimmst an? Ich denke, du kennst dich hier aus. Hast du mich etwa wieder belogen?“
 Er verschwendete keinen Gedanken daran, sich zerknirscht zu zeigen. Ein ungeheures Hochgefühl hatte ihn erfasst. Mit keinem Wort ging er auf Beatrix’ Vorwurf ein.
„Erinnert mich an Provins, südlich von Paris. Im Mittelalter ein bedeutender Ort und ebenfalls eng mit den Templern verbunden.“
„Lenk nicht ab, Pierre LeBreton. Warst du nun schon einmal hier oder nicht?“
„Nun, vielleicht nicht genau hier.“
„Aha.“ Beatrix Stimme war ein einziger Vorwurf.
„Dieser Berg ist von einem dichten Netz von Stollen, Höhlen und Gängen durchzogen. Wir waren offenbar an einer anderen Stelle dieses unterirdischen Labyrinths.“ Er sollte lieber schnell davon ablenken, dass er keinen blassen Schimmer hatte, wo sie sich befanden. Zu spät. Beatrix liefen zwei dicke Tränen über das Gesicht.
„Du hast schon wieder gelogen“, schimpfte sie. „Und ich habe mich sicher gefühlt, weil du behauptet hast, du kennst dich hier aus. Du bist ein Scheusal.“ Dieser Aussage folgten Beschimpfungen der wüstesten Art. Er hob die Augenbrauen. Beatrix fluchte wie ein Gassenjunge. Aber irgendwie lehrreich. Die meisten ihrer Ausdrücke hatte er noch nicht gekannt.
Er machte einen Schritt auf sie zu – vorsichtig, denn in dieser Stimmung war sie ohne Weiteres fähig, ihm ihre Taschenlampe überzuziehen – und zog sie in seine Arme. Eine Maßnahme, die sich immer bewährte. Tatsächlich hörte Beatrix auf zu schluchzen. Beruhigend streichelte er ihren Rücken.
„Bist du wieder okay? Hast du Angst? Willst du wieder nach oben gehen“, fragte er mit samtweicher Stimme.
„Ja, ich habe Angst. Und nein, ich will nicht wieder nach oben gehen“, kam es starrsinnig zurück. „Wenn du ausnahmsweise einmal die Wahrheit gesagt hast, haben wir den unterirdischen Tresor gefunden, den so viele vergeblich gesucht haben. Sehen wir es uns an.“
„Ja. Das ist mein mutiges Mädchen.“ Er klopfte ihr so begeistert auf den Rücken, dass sie fast das Gleichgewicht verlor. „Sehen wir es uns an.“
Mit zwei Schritten war er an der gegenüberliegenden Wand und vollkommen in seinem Element.
„Sieh mal hier.“ Er deutete auf die Graffiti, die in den Fels geritzt waren. Eines zeigte das Siegel der Templer: zwei Mann auf einem Pferd.
„Dieses Siegel ist für mich eine eindeutige Aussage. Diese Anlage ist ein Werk der Templer. Kein Zweifel. Die zwei Männer auf einem Pferd stellen die beiden Orden dar, aus denen der Templerorden sich zusammenfügt. Der Orden von Sion und der eigentliche Templerorden.“
„Die offizielle Deutung lautet ganz anders“, entgegnete Beatrix bissig.
„Ich weiß. Eine Theorie lautet, dass einer der Reiter einen Krieger, der andere einen Mönch darstellt. Eine andere will wissen, dass es die Armutsgelübde darstellen soll, denen ein Templer sich unterwarf, wenn er in den Orden eintrat und wieder eine andere Theorie wurde bei der Anklage der Templer aufgestellt. Nämlich dass dieses Zeichen für die Homosexualität im Orden steht. In meinen Augen ist das aber alles Blödsinn.“
„Natürlich. Du hast ja immer recht.“
 Also heute war sie wirklich ein wenig nachtragend. Doch etwas anderes drängte sich in seine Gedanken: die Grabplatte der Ritter aus der Kirche in Rennes-le-Château.
„Béatrice?“
„Was ist?“
„Die Grabplatte der Ritter. Sie stammt aus dem Jahr 771, nicht wahr? Und sie zeigt zwei Mann auf einem Pferd. Richtig?“
„Richtig.“
„Also muss ich recht haben. Die Templer gründeten sich erst nach 1100. Sie haben in ihrem Siegel ein Bildnis übernommen, das es schon vorher gab. Die Grabplatte beweist es. Es gehört zum Orden von Sion, der viel älter ist“, sagte er mit Nachdruck.
„Dann ist deine Annahme von vorhin aber nicht ganz richtig. Wie hat man im Jahr 771 schon wissen sollen, dass sich ein Vierteljahrtausend später ein neuer Orden gründen würde? Also können die zwei Reiter nicht die beiden Orden darstellen.“ Beatrix blieb skeptisch.
„Vielleicht hast du recht. Die neun Templer, die den Templerorden gründeten, waren allesamt Mitglieder des Ordens von Sion. Sie haben dieses Siegel von dort übernommen. Welche Bedeutung die beiden Reiter auch immer vorher gehabt haben mögen.“
„Wenn du recht hast, und es ist wirklich das alte Siegel des Ordens von Sion, könnten die beiden Reiter auch den alten jüdischen und den neuen christlichen Glauben der Mitglieder darstellen.“
„Klingt logisch. Hier sieh mal. Der Heilige Christopherus. Und hier: Georg, der Drachentöter.“
Seine Begeisterung war ungebrochen. Aufmerksam folgte Beatrix dem Strahl seiner Taschenlampe.
 „Das hier sind eindeutig die zwölf Apostel. Aber was um alles in der Welt soll das hier darstellen?“
Er leuchtete auf ein weiteres Bild, das einen nackten Mann auf einem Scheiterhaufen zeigte.
„Sicher irgendein Märtyrer“, mutmaßte Beatrix. Bedächtig fuhr sie mit dem Zeigefinger die Linien der Zeichnung nach.
„Oder Jacques de Molay, der auf dem Scheiterhaufen stirbt“, sagte er. „Überleg mal. Die Templer waren groß darin, überall Graffiti in die Wände zu ritzen. Sie teilten sich so anderen mit, die vielleicht nicht lesen und schreiben konnten. Und dieser Künstler hier wollte der Nachwelt wohl mitteilen, dass ihr letzter Großmeister hingerichtet worden war. Das muss nach 1314 gewesen sein und würde heißen, es gab hier sehr wohl noch Mitglieder des Ordens, nachdem der eigentliche Templerorden seit Jahren aufgelöst war. Und sehr wahrscheinlich waren sie Mitglieder des Ordens von Sion.“

Beatrix hatte ihre Angst mittlerweile genug unter Kontrolle, um ihren Fund gebührend zu würdigen. Wenn dies wirklich der Fluchtraum war, den die Templer angelegt hatten, war die Tatsache nicht von der Hand zu weisen, dass es genau der Ort war, von dem Jacques de Molay in seinem Schreiben sprach. Und er hatte in diesem Zusammenhang von dreißig Truhen mit Dokumenten, Goldschätzen und unbezahlbaren Reliquien gesprochen. Konnten sie möglicherweise noch immer hier sein? Gerade wollte Beatrix eine dahin gehende Bemerkung machen, als Pierre den Durchgang fand. An der Stirnseite der Kammer gab es mehrere Einbuchtungen, deren Zweck ihr nicht ganz klar war. In einer davon, dicht über dem schwarz-weißen Boden, hatte Pierre einen losen Stein ausgemacht. Einmal entfernt ließen sich weitere herausnehmen, sodass ein schmaler Durchlass entstand. Pierre leuchtete hinein.
„Da drüben ist ein weiterer Raum“, verkündete er und zwängte sich hindurch.
„Mein Gott. Komm her und sieh dir das an.“
Seine Stimme hallte gedämpft zu ihr. Beatrix schloss die Augen und atmete tief durch. Die Angst war wieder da.
„Wo bleibst du?“
„Ich kann es. Ich will es. Es wird mir nichts passieren. Pierre ist dort. Er wird auf mich aufpassen“, flüsterte sie sich Mut zu. Dann holte sie tief Luft, sank auf die Knie und kletterte zittrig durch den schmalen Durchlass.
„Na? Sprachlos?“ Der Triumph in seiner Stimme war nicht zu überhören. Tatsächlich befanden sie sich in einem weiteren Raum der unterirdischen Anlage. Doch im Gegensatz zu dem vorherigen handelte es sich eindeutig um eine Art Kapelle. Beatrix sah hohe Säulen mit Kapitellen, die der meterhohen Decke entgegenstrebten. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich ein gemauerter Altar. Noch immer leuchtend bunte Fresken schmückten die Wände. Sie zeigten den Leidensweg Jesu von der Verurteilung bis zu seinem Grab. Deutlich war auf einem der Bilder Maria Magdalena zu erkennen, die mit anderen Frauen gekommen war, den Toten zu waschen und zu salben. Ebenso war sie auf dem nächsten Bildnis zu sehen, wie sie mit anderen Frauen auf einem Boot übers Meer fuhr. Das war fantastisch! Die Historikerin in Beatrix gewann augenblicklich die Oberhand. Beeindruckt studierte sie die Fresken.
„Kennst du die Geschichte von Maria Magdalena?“, fragte Pierre aufgekratzt.
„So, wie sie in der Bibel steht, ja“, antwortete sie. „Und dieses letzte Fresko zeigt, wie sie im Boot übers Meer fährt. Ich denke, das spielt auf die Legende an, dass Maria Magdalena hierher nach Südfrankreich kam.“
„Ja, allerdings. Diese Legende besagt, dass sie von den Römern in einem segel und steuerlosen Boot auf dem Meer ausgesetzt wurde und bei Marseille an Land trieb. Sie soll dort ein Kloster errichtet haben, wo sie mit circa dreißig gleich gesinnten Frauen fortan gelebt haben soll. Aber sieh dir das Bild genauer an. Dieser Sack hier unten, was glaubst du, was das ist?“
„Ihr Reisegepäck?“
„Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Und jetzt sieh dir das Fresko hier an.“
Pierre leuchtete mit der Taschenlampe auf das vorherige Bild.
„Es zeigt die Auferstehung.“
„Es zeigt keineswegs die Auferstehung“, erwiderte Pierre.
Sie betrachtete es noch einmal eingehend.
„Nein“, sagte er noch einmal nachdrücklich. „Du nimmst das nur an, weil die Kirche es uns stets so glauben macht. Dieses Bild zeigt das Grab und die Frauen, die gekommen sind, den Leichnam zu salben, wie es üblich war. Aber jetzt schau genau hierhin.“ Er lenkte den Strahl der Taschenlampe auf einen Punkt im Hintergrund. „Dort liegt noch immer der Leichnam Jesu. Keineswegs auferstanden und verschwunden, wie die Kirche es darstellt. Das gibt zu denken, nicht wahr? Haben die Templer nur ihre ketzerischen Ansichten auf diesem Fresko verewigt oder hatten sie Beweise?“

Pierre warf einen fragenden Blick in ihre Richtung und verlor schlagartig jedes Interesse an seiner Entdeckung. Gott, war sie anziehend, wie sie so dastand. Über und über staubig, Spinnweben in den zerzausten Locken und diese ungläubig staunenden Augen. Was tat er eigentlich hier unten? Zweifellos waren diese Fresken außerordentlich interessant. Allerdings nicht halb so interessant wie dieses Mädchen dort. Die Anatomie unterhalb seiner Gürtellinie reagierte heftig. Er holte tief Luft. War dieser Ort hier unten nicht genauso gut wie jeder andere? Er war. Während Beatrix noch immer das Fresko mit der vermeintlichen Auferstehungsszene anstarrte, trat er hinter sie und schmiegte sich an ihren Rücken. Er schlang die Arme um ihre Taille und presste sie so fest an sich, dass sie deutlich seine heftigen Gefühle spüren musste. Provozierend bewegte er sein Becken langsam hin und her.
„Pierre, du wirst doch wohl nicht hier unten …“
„Es ist allein deine Schuld. Du siehst so verdammt verführerisch aus und ich bin völlig verrückt nach dir. Ich kann mich auf nichts anderes mehr konzentrieren.“
„Hör auf, andauernd zu lügen. Du hast mich die ganze Zeit nicht einmal angesehen. Und wie verführerisch kann ich schon aussehen, nass geschwitzt und voller Schmutz.“
Sein Mund war ganz dicht an ihrem Ohr.
„Ich gebe dir recht. Du riechst schon ein wenig muffig.“
„Oh, danke schön.“ Beatrix wollte sich losmachen. Aber er ließ ihr keine Chance.
„Die aufgesprungenen Knöpfe an deiner Bluse machen den Geruch wieder wett. Und dein BH ist bei der Kletterpartie gerade so weit verrutscht, dass ich eine süße, ungeduldige Brustwarze hervorlugen sehen kann.“
„Ich … dachte … du studierst die Fresken.“
„Nur so lange, bis sich mir eine interessantere Aussicht geboten hat.“
Er schob eine Hand unter ihre Bluse und befreite die vorwitzige Brust aus ihrem Gefängnis, während er mit der anderen Hand eine weitaus empfindlichere Stelle weiter unten streichelte.
„Komm mit.“ Er zog sie zum Altar.
„Um Gottes willen. Wir können doch nicht …“
„Es ist niemand hier, der sich darüber aufregen könnte.“
Er hob sie hoch und setzte sie auf die Steinplatte. Es kam nicht allzu viel Gegenwehr. Er öffnete die letzten Knöpfe ihrer Bluse und streifte sie ihr über die Schultern. Der Altar fühlte sich kalt und hart unter seinen Händen an, als er sie darauf bettete. Ein erregender Kontrast zur Hitze ihres Körpers. Hilfreich hob sie ihren Unterkörper an, damit er ihr die Jeans ausziehen konnte. Er brauchte nur wenig Zeit, um sich ebenfalls seiner Kleidung zu entledigen. Dann lag er neben ihr.

Beatrix verschwendete keinen Gedanken mehr daran, wie wenig passend dieses Lager war. Schauer um Schauer rann über ihre nackte Haut. Aber es war nicht die Kälte des Steins unter ihr, der sie auslöste, sondern Pierres Hände, die die Konturen ihres Körpers nachzeichneten. Riesengroß warf die Taschenlampe, die neben dem Altar lag, ihre Schatten an das Deckengewölbe. War das Wirklichkeit oder träumte sie? Zumindest die Nässe zwischen ihren Beinen war real. Beatrix spürte, wie die Erregung nach und nach die Kontrolle über ihren Verstand übernahm, als Pierre langsam die Innenseite ihrer Schenkel hinaufstreichelte und den empfindlichsten Punkt ihres Ichs erreichte. Doch statt in sie einzudringen, streichelte er nur ganz sanft darüber, während er sie küsste. Ganz sanft. Und endlos lange. Sie spürte seine Männlichkeit, die sich hart gegen ihren Schenkel drückte und sein Becken, das sich im gleichen Rhythmus wie seine Hand kreisend bewegte. Seine Lust zu spüren erregte sie mehr und mehr. Ihr Körper vibrierte vor wollüstiger Spannung.

Ihren zitternden Körper unter sich zu spüren steigerte Pierres Verlangen so, dass er sich zur Raison rufen musste. Nichts überstürzen. Er biss die Zähne zusammen und kämpfte gegen den Drang, sich auf sie zu stürzen. Es würde nicht sehr hilfreich sein, wenn diese Hände, die jetzt über seinen Bauch streichelten, seinen Schwanz erreichten. Dann würde er sich nicht länger zügeln können.
„Berühre deine Brüste für mich“, presste er hervor. Es kribbelte immens in seiner Lendengegend, als er sah, wie bereitwillig sie gehorchte.
„Streichle deine Brustwarzen.“
Als sie ihre steil aufgerichteten Nippel zwischen Daumen und Zeigefinger zwirbelte, leckte er darüber. Samt ihrer Finger nahm er sie in den Mund, saugte daran. Ihr Körper bäumte sich unter ihm auf. Es machte die Sache nicht besser. Verzweifelt bemühte er sich um Beherrschung, versuchte, sie unter sich ruhig zu halten. Eine Hand ließ ihre Brust los, verkrallte sich in seinem Haar und zog ihn fester zu sich hinunter.
„Nimm mich!“
„Lass uns Zeit, mein Liebling. Ich will sehen, wie du kommst“, flüsterte er heiser.
Seine Zunge leckte sich nach oben über die kleine Kuhle an ihrem Hals. Zog eine Spur über ihr Kinn hin zu ihren Lippen. Er hörte ihr leises Stöhnen.
„Bitte.“
Riesig flackerten ihre Schatten an das Gewölbe.
Beherrsch dich, Pierre.
Sein Gesicht vergrub sich in den staubigen Locken. Eine Hand rutschte nach unten zwischen ihre Schenkel. Sein Daumen streifte über den schmalen Streifen ihrer Schambehaarung, streichelte sich weiter über ihre samtigen Schamlippen. Irgendwie roch sie unter all dem Staub noch immer nach Lavendel. Und nach Lust.
„Spreiz die Beine, Liebes.“
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